Putin-Lexikon
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PUTIN-LEXIKON:
BRISANTE AKTEURE DER PUTIN-ÄRA, DIE SCHLAGZEILEN ERZEUGTEN

 

K4 (Kl-Kn)          Neu im Juni 2023, aktualisiert im Jan. 2025

KLEBANOV, Ilja Josifovich II III (1951-, sowjet. Ingenieur-Elektrophysiker, russ. Unternehmer u. ehem. hochrangiger Politiker. Absolvent des nach M.I. Kalinin benannten Leningrader Polytechnischen Instituts. In der Sowjetzeit arbeitete er als Elektroingenieur u. Konstrukteur, Büroleiter u. stv. Cheftechnologe, 1992 wurde er Generaldirektor eines Unternehmens für optische Geräte u. Konsumgüter /"LOMO"/, das 1993 privatisiert wurde, was der AG ermöglichte, die Produktion zu modernisieren u. in neue Technologien zu investieren, um auf dem Weltmarkt bestehen zu können. Ab 1994 war Klebanov Mitglied des Rats für Industrie u. Unternehmertum beim Präsidenten RF u. des Vorstands der "Promstrojbank Russlands", des Vorstands des "Russian-American Entrepreneurship Fund" sowie des Kuratoriums der "Tovstonogov Bolshoj Drama Theatre Foundation". Ende 1997 verliess er im Zuge seiner Ernennung zum 1. Vizegouverneur von St. Petersburg den Posten des Generaldirektors der "LOMO" AG. Im Jan. 1998 wurde er zum 1. stv. Gouverneur von SPB unter s. Vladimir Jakovlev ernannt u. übernahm die Leitung des Komitees für Wirtschaft u. Industriepolitik der nördlichen Hauptstadt. Als im Mai 1999 s. Sergej Stepashin zum neuen Regierungschef RF ernannt wurde, wurde Klebanov zum stv. Vorsitzenden, zuständig für den militär.-industriellen Komplex, ernannt. Umzug von St. Petersburg nach Moskau. Als im Aug. 1999 anstelle von Stepashin eine Regierung unter V. Putin gebildet wurde, behielt Klebanov in dessen 1. Kabinett nicht nur seine Position, sondern wurde im Sept. zum 1. stv. Vorsitzenden der Kommission beim Präsidenten RF für die militär.-technische Zusammenarbeit mit ausländ. Staaten ernannt. Als im Feb. 2000 zwischen der Republik Belarus u. der RF ein Abkommen über die Schaffung einer zwischenstaatl. Finanz-industriellen Gruppe FPG auf der Grundlage der russ. FPG "Verteidigungssysteme" unterzeichnet wurde, wurde Klebanov zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats der FPG ernannt. Nachdem Putin zum Präsidenten RF gewählt worden war, wurde im Mai 2000 s. Mikhail Kasjanov zum PM RF ernannt, in dessen Regierung Klebanov seine Position behielt. Er beaufsichtigte Fragen des militär.-industriellen Komplexes u. der Waffenexporte. Im Aug. übernahm er die Leitung der Regierungskommission zur Untersuchung der Ursachen des Untergangs des Atom-U-Bootes "Kursk", die per Dekret des Präsidenten RF errichtet wurde. Ganz zu Beginn der Arbeit der Kommission äusserte Klebanov die Version einer Kollision der "Kursk" mit einer Anti-Schiffsmine aus der Zeit des 2. WK, die möglicherweise auch zur Detonation der Torpedos führte. Nachdem sich diese Version als falsch erwiesen hatte, wurde sie nicht mehr vertreten. Im Okt. 2001 wurde Klebanov zusätzlich zum stv. MP RF ernannt u. leitete das Ministerium für Industrie, Wissenschaft u. Technologie RF als Nachfolger von  Aleksandr Dondukov. Im Feb. 2002 wurde er von seinem Amt als stv. MP entbunden, behielt jedoch die Position des Ministers für Industrie, Wissenschaft u. Technologie. Nach seinem Ausscheiden aus diesem Ministeramt wurde Klebanov Anfang Nov. 2003 ​​zum bevollmächtigten Vertreter des Präsidenten RF im Nordwestl. Föderationskreis ernannt. Rückkehr nach St. Petersburg. Aufnahme in den Sicherheitsrat RF. Bei dieser Ernennung wurde Klebanov von seiner Vorgängerin in diesem Amt, s. Valentina Matvienko, die zur Gouverneurin von SPG gewählt wurde, wegen seiner umfassenden Kenntnisse der Zuständigkeiten unterstützt u. als „ein guter Politiker, ein ausgeglichener Mensch mit aussergewöhnlich guten menschlichen Qualitäten“ gelobt. Auch der 1. stv. bevollmächtigte Vertreter s. Aleksandr Beglov, ehemals amtierender Gouverneur von SPB, stimmte dieser Ernennung zu. Als Putin im Mai 2008 als Präsident RF zurücktrat, wurde Ilja Klebanov zwar aus seinem Amt entassen, aber vom neuen Präsidenten RF s. Dmitrij Medvedev als dessen bevollmächtigter Vertreter im Föderationskreis Nordwest erneut ernannt. Im Sept. 2011 entband Medvedev Klebanov per Dekret von seinen Pflichten als bevollmächtigter Vertreter des Präsidenten RF im Föderationskreis Nordwest im Zuge seiner Versetzung auf eine andere Dienststelle. Im selben Monat schied er aus dem Sicherheitsrat RF aus. Im Okt. wurde Klebanov Vorsitzender des Aufsichtsrats der staatl. Reederei "Sovkomflot" mit Sitz in SPB, die auf den Transport von Erdöl uFlüssigerdgas spezialisiert ist. Seit Sept. 2019 ist er Mitglied des Aufsichtsrats der Firma. 2015 wurde er zum Mitglied des Vorstands von "Transneft" gewählt, das die Erdöl-Pipelines des Landes betreibt. Klebanovs Tochter Ekaterina, die die St. Petersburger Universität für Wirtschaft u. Finanzen absolvierte, leitet seit 2003 die Firma "Viribus", eine der Hauptaktionärinnen von "LOMO" AG. Seit 2008 besitzt "Viribus" 38,89% der "FOR Group", eines grossen Fischereiunternehmens, das im nördlichen, nordöstlichen u. südlichen Teil des Atlantiks fischt. Auch sein Sohn Konstantin, Absolvent der St. Petersburger Staatsuniversität für Informationstechnologien, Mechanik u. Optik, ist als Einzelunternehmer tätig. Aufgrund des von Putin im Feb. 2022 entfesselten russ. Angriffskriegs gegen die Ukraine fiel Klebanov als Vorstandsmitglied von "Transneft" im Mai 2023 unter britische Sanktionen.)

KLEBNIKOV, Paul II III IV V VI (1963-2004, eigtl. KHLEBNIKOV, Pavel Jurevich; gew. US-amerikan. Politologe, Historiker, Journalist u. Publizist russ. Herkunft. Die Familie Khlebnikov verliess Russland 1918 aus polit. Gründen u. emigrierte in die USA, wo Paul/Pol geboren wurde. Sein Vater Georgij Khlebnikov leitete die Abteilung für Simultandolmetscher bei den UN. In den 1980er Jahren erhielt Paul einen Bachelor-Abschluss von der University of California in Berkeley mit Schwerpunkt Politikwissenschaft u. einen Master-Abschluss von der London School of Economics and Political Science mit einer Diplomarbeit zum Thema "Personalpolitik der KPdSU 1918-1985“. 1991 Promotion an derselben Londoner Hochschule mit einer Dissertation zum Thema "Stolypins Agrarreform u. die wirtschaftl. Entwicklung Russlands 1906-1917“. 1989 begann er als Korrespondent für das Magazin Forbes zu arbeiten. Klebnikov, der 5 Sprachen beherrschte Russisch, Englisch, Französisch, Italienisch u. Deutsch analysierte die Tätigkeit verschiedener internationaler Industrieunternehmen wie Daimler-Benz, Volkswagen, Renault, Asea Brown Boveri, Xerox, Alcoa, Samsung. In den 1990er Jahren machte er das "neue russ. Geschäft“ in Russland zu seinem themat. Hauptschwerpunkt. Infolgedessen erhielt Klebnikov den Posten des leitenden Redakteurs der Zeitschrift Forbes. Seit 1996 betrieb Klebnikov investigativen Journalismus u. veröffentlichte enthüllende Materialien über den bekannten russ. Geschäftsmann u. Oligarchen s. Boris Berezovskij wie auch über die Familie des usbek. Präsidenten Islam Karimov u. den tschetschen. Kämpfer Khosh-Akhmed Nukhaev, einen Anführer der "Tschetschen. Republik Ichkerija". Ende 1996 veröffentlichte Klebnikov auf den Seiten des Magazins Forbes einen Beitrag über Boris Berezovskij, in dem er Boris Berezovskij Betrug, Geldwäsche, Verbindungen zur tschetschen. Mafia u. Auftragsmorde, einschliessl. der Organisation der Ermordung des russ. TV-Moderators Vladislav Listev, vorwarf. Berezovskij verklagte das Magazin beim Londoner High Court wegen Verleumdung u. forderte eine Entschädigung sowie die vollständige Entfernung des Artikels durch das Magazin auch auf dessen offiziellen Website. Das Gericht zwang das Magazin jedoch nur einen der im Artikel gemachten Vorwürfe zurückzuziehen den Vorwurf, den Mord an Vladislav Listev organisiert zu haben, da das Magazin nicht über genügend Beweise für diese Aussage verfügte. Das Gericht gewährte Berezovskij jedoch keine Entschädigung u. zwang die Zeitschrift nicht, den Artikel zurückzuziehen. 2000 erschien dann Klebnikovs berühmtes englischsprachiges Buch mit dem Titel "Godfather of the Kremlin. The Decline of Russia in the Age of Gangster Capitalism", 2001 in dt. Übersetzung mit dem Titel "Der Pate des Kreml. Boris Beresowski u. die Macht der Oligarchen" /II III/. In diesem Buch, das auch in russ. /II/, franz., poln. u. ungar. Sprache vorliegt, entlarvte der Autor viele einflussreiche Personen aus s. Boris Elcyns ehem. Personenumfeld, darunter s. Roman Abramovich, der zusammen mit Berezovskij u.a. Partnern mit einem Schlag 2/3 der russ. Aluminiumindustrie übernomen hatte. Die äusserst lukrative russ. Aluminiumbranche belegte den 2. Platz nach den USA u. sei wie keine andere von Banditen überschwemmt worden. 2003 erschien Klebnikovs 2. Buch "Gespräch mit einem Barbaren“ /II russ./, in dem der Autor seine 15-stündige Unterhaltung mit dem berüchtigten tschetschen. separatist. Militärführer Khosh-Akhmed Nukhaev widergab u. kommentierte. Während er an dem Buch arbeitete, begann Klebnikov auch, sich tiefer mit dem Wahhabismus zu befassen, der in der tschetschen. Unabhängigkeitsbewegung eine wichtige Rolle spielt. Klebnikov vertrat die These, dass der islamische Terrorismus, den man sowohl in Russland als auch auf der ganzen Welt beobachten kann, aus der Kultur des gewöhnlichen Banditentums der arab. Welt hervorgegangen sei. Im April 2004 gründete Klebnikov die russ. Ausgabe von Forbes /II/ u. wurde Chefredaktor des Magazins. Im Mai veröffentlichte das Magazin eine Liste der 100 reichsten Menschen Russlands, auf der s. Mikhail Khodorkovskij, s. Roman Abramovich, s. Viktor Vekselberg, s. Mikhail Prokhorov, s. Vladimir Potanin, s. Mikhail Fridman, s. Vladimir Lisin, s. Oleg Deripaska, s. Aleksej Mordashov u. s. Vagit Alekperov zu den Top 10 der russ. Tycoons gehörten u. Boris Berezovskij lediglich an 47. Stelle figurierte.
Ermordung, Ermittlungen u. Prozess: Am Abend des 9. Juli 2004 wurde Klebnikov in der Nähe des Moskauer Büros der russ. Forbes-Filiale in der Dokukina-Strasse erschossen. Die Täter schossen mit einer Maschinenpistole aus einem VAZ-2115-Wagen, in dem sich 3 Personen befanden. 4 Kugeln trafen Klebnikov in Bauch u. Brust, eine weitere traf seinen Kopf. Klebnikov wurde in das 20. Stadtkrankenhaus gebracht, wobei er auf dem Weg in die Intensivstation in einem Aufzug steckenblieb u. dort starb. Den Ermittlungen zufolge flohen die Täter in einem gestohlenen Auto mit kaputtem Nummernschild vom Tatort, das in der Nähe des Hauses 165 im Prospekt Mira abgestellt worden war. Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft kam zum Schluss, dass der Mord von besagtem Anführer der "Tschetschen. Republik Ichkerija" Khozh-Akhmed Nukhaev angeordnet wurde u. die unmittelbaren Täter der Notar Fail Sadretdinov u. die aus Tschetschenien stammenden Kazbek Dukuzov u. Musa Vakhaev waren. Nach Angaben der Ermittlung rächte sich Nukhaev an Klebnikov für das über ihn geschriebene Buch "Gespräch mit einem Barbaren“. Im Mai 2006 wurden alle 3 Angeklagten auf der Grundlage des Urteils der Geschworenen freigesprochen. Gegen das Urteil protestierten die Generalstaatsanwaltschaft RF u. die Familie Klebnikov. Laut der Anwältin der Klebnikovs, Larisa Maslennikova, hätten die Angeklagten u. einige ihrer Anwälte während des Prozesses „offensichtlich rechtswidrige Handlungen“ begangen, u. der Freispruch wurde ausgesprochen, obwohl „die Verteidigung keine Beweise vorgelegt hat, die die vorgelegten Beweise widerlegen würden.“ Im Nov. 2006 hob das Oberste Gericht RF den Freispruch auf u. wies den Fall zur erneuten Untersuchung zurück. Nukhaev wurde auf die russ. u. internationale Fahndungsliste gesetzt. Laut der Zeitung Tschetschen. Gesellschaft wurde dieser jedoch zwischen Ende Feb. u. Anfang März 2004, also 4 Monate vor der Ermordung Klebnikovs, in den Bergen Dagestans getötet u. konnte nicht an dem Mord beteiligt gewesen sein: Einer anderen Version zufolge gelang ihm die Flucht. Seither gab es keine Publikationen mehr über ihn. Im Nov. 2017 berichtete das Innenministerium RF, dass ein Verdächtiger der Mittäterschaft am Mord, Magomed Dukuzov, der Bruder des mutmasslichen Täters, Kazbek Dukuzov, in der Ukraine festgenommen worden sei, wobei die Staatsanwaltschaft RF seine Auslieferung  gefordert habe. 2 Jahre früher soll Kazbek Dukuzov wegen in den Vereinigten Arabischen Emiraten begangener Verbrechen dort inhaftiert gewesen sein. Anfang 2015 sei von der RF ein Auslieferungsersuchen an die VAE wegen des Verdachts der Ermordung Klebnikovs an die VAE gerichtet worden. Nach seiner Freilassung im Rahmen einer Amnestie soll Dukuzov die VAE mit unbekanntem Ziel verlassen haben. Laut "Rosbalt" hat K. Dukuzov eine Reihe weiterer Morde begangen. Wie "Lenta.ru" feststellte, seien viele russ. Oligarchen, deren Namen auf besagter Liste des Magazins Forbes kurz vor Klebnikovs Tod erschienen, mit ihrer Erwähnung unzufrieden gewesen. Ein Teilnehmer der Untersuchung sagte in einem Interview mit Kommersant, dass man fast die gesamte russ. Elite auf ihre Beteiligung an der Organisation des Mordes an Paul Klebnikov überprüft habe u. dass sich unter den potenziellen Verdächtigen nicht nur die Haupthelden zweier Bücher des Journalisten – also Boris Berezovskij u. Khozh-Akhmed Nukhaev –, sondern auch Dutzende Geschäftsleute u. Bankiers befanden, deren Namen auf die Seiten von Forbes gelangten. Vielen dieser Leute hätten Klebnikovs Veröffentlichungen nicht gefallen. s. Aleksandr Litvinenko behauptete in seinem eigenen Buch "Die Lubjanka- Verbrechergruppe“, dass Klebnikov sein Buch über Berezovskij im Auftrag von Leuten aus dem Umfeld Aleksandr Korzhakovs geschrieben habe.
2004 gründete die Familie Klebnikov eine Stiftung zur Unterstützung russ. Journalisten u. rief die Auszeichnung "Für Mut im Journalismus“ ins Leben, die bereits an mehrere Journalisten verliehen wurde. 2004 verlieh das "Komitee zum Schutz von Journalisten" Klebnikov posthum den Internationalen Preis für Pressefreiheit. 2014 sagte US-Aussenminister John Kerry, Klebnikov sei „die Stimme des Gewissens im Kampf gegen Korruption“ gewesen, u. forderte Russland auf, die noch nicht identifizierten Täter dieses Verbrechens endlich vor Gericht zu stellen. Offensichtlich besteht seitens des Kremls bis heute kein Interesse, dieses u. zahlreiche andere Verbrechen dieser Art aufzuklären.)

KLEIN, Margarete II III IV V VI VII VIII IX (1973-, dt.  Historikern u. Politologin mit Studium in München, Dr. phil. Sie arbeitet als Wissenschaftlerin in der Forschungsgruppe Osteuropa u. Eurasien der Stiftung Wissenschaft u. Politik SWP in Berlin, deren Leiterin sie ist. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Aussen-, Sicherheits- u. Militärpolitik Russlands, insbes. Russlands Nahost- u. Asienpolitik sowie Moskaus Verhältnis zur NATO, russ. Militärpolitk u. -reform, Russland als euro-pazifische Macht, Russlands Nordostasienpolitik, russ. Föderalismus u. Entwicklung der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit. Während des Ukrainekriegs 2022/23 trat sie des öftern als Expertin im dt. TV auf.)

KLEJMJONOV, Kirill Alekseevich II III IV V VI VII VIII IX Xa Xb Xc XI XIIa XIIb XIIc XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI XLII XLIII XLIV (1972-, russ. Philologe, Journalist, TV-Moderator, Medienmanager u. kremlnaher Propagandist. Z.Zt. stv. Generaldirektor, Direktor der Direktion für Informationsprogramme u. Mitglied des Verwaltungsrats von "ORT / 1. Kanal". Absolvent der Romanisch-Germanischen Abteilung der Philolog. Fakultät der MSU. In den 1990er Jahren arbeitete er für verschiedene kleine Radiosender, moderierte Nachrichten, war Korrespondent der Nachrichtenagentur "Interfax" u. Redaktor/Moderator beim "1. Kanal - Ostankino“. 1998-2004 moderierte er einen Teil der Nachrichtensendungen des Programms "Vremja" von "ORT", ab Sept. 2002 des "1. Kanals". Die Entscheidung, Klejmjonov zum Moderator zu ernennen, wurde von s. Sergej Dorenko getroffen, dem damaligen Chefproduzenten der Direktion für Informationsprogramme u. Direktor des Informationsdiensts von "ORT". 2004 arbeitete er als Pressesprecher des Präsidenten u. als stv. Leiter der PR-Abteilung des Unternehmens "Lukoil". Im Nov. 2004 wurde er zum neuen Direktor der Direktion für Informationsprogramme u. zum stv. Generaldirektor von "ORT / 1. Kanal" ernannt. 2007 wurde er Mitglied der "Russ. TV-Akademie". 2008-9 sprach er im Rahmen der Sendung "Vremja" mit dem Präsidenten RF s. Dmitrij Medvedev /s. oben Links X-XII/ u. war 2015 als Moderator an der Sendung "Direkte Linie mit Vladimir Putin“ beteiligt /II III/. 2016 wurde er Mitglied des Verwaltungsrats von "ORT / 1. Kanal". 2018 kehrte er als Moderator der Newssendung "Vremja" im "1. Kanal" zurück u. leitete bis 2020 einen Teil des entsprechenden Programms für Zentralrussland. Ihm kam die Ehre zu, 2018 nicht nur die Neujahrsausgabe, sondern auch die Sendung zum 50-jährigen Jubiläum des "1. Kanals" mit der Anwesenheit V. Putins zu moderieren. Im Juni 2021 wurde er in den Vorstand des FC "Spartak Moskau" berufen, wo er für die Beziehungen des Klubs zu staatl. u. öffentl. Organisationen verantwortlich war. 2017-20 war er Mitglied des Öffentl. Rats beim Verteidigungsministerium RF u. 2020-23 des Öffentl. Rats beim Innenministerium RF.
Kritik: Olga Saburova, Kolumnistin der Zeitung Sobesednik, beschrieb Kirill Klejmjonov als „eine tägliche Kopie
[s. Dmitrij] Kiseljovs“. Auch andere TV-Kritiker verglichen die Art der Arbeit dieser Moderatoren miteinander, wobei gewisse Ähnlichkeiten mit Kiseljov, teilweise aber auch mit dem ehem. "Vremja"-Moderator s. Valerij Fadeev festgestellt wurden. Laut s. Vladimir Kara-Murza Sr. imitierte Klejmjonov nicht so sehr den Moderationskollegen seines Senders, sondern vielmehr dessen Chef s. Konstantin Ernst selbst, etwa nach dessen Auftreten u. Frisur. Ansonsten beschrieb Kara-Murza in einem späteren Artikel den Frontmann vom "1. Kanal" als einen sehr durchschnittlichen Moderator, der unfähig sei, irgend etwas Übernatürliches zu zeigen; er werde den Zuschauern lediglich wegen der „Grobheiten in Erinnerung bleiben, die er sich während der Hauptnachrichtensendungen erlaubt“ habe. s. Irina Petrovskaja nannte Klejmjonov einen „Sänger der parallelen Realität“ u. ist der Ansicht, dass er gegen den Kanon des Informationsgenres verstösst bzw. dessen Grenzen verschiebt, indem er ständig seine persönl. Meinung zu den Ereignissen äussert, über die berichtet wird, um die entsprechende Haltung der Zuschauer zu den Geschehnissen zu bilden, etwa während der Berichterstattung über den Präsidentschaftswahlkampf von 2018. Ein weiteres Beispiel dieser Art sei die Berichterstattung über den Skandal der Vergiftung s. Sergej Skripals gewesen, bei der Klejmjonov über die Gefahren des „Berufs des Verräters“ sprach u. damit in mehreren europäischen Medien für Aufsehen sorgte. Indem Klejmjonov in diesem Fall eine „Warnung an die Vaterlandsverräter“ ausgesprochen habe, sei „hier der Zynismus der Information vorausgegangen", fügte der TV-Kommentator der Novaja gazeta Slava Taroshchina hinzu. Laut Aleksandr Melman, eines TV-Kommentators des Moskovskij komsomolec, betreibt Klejmjonov „keinen Journalismus, sondern Propaganda“. Klejmjonov sei es laut Beobachtern sogar gelungen, den Klassiker dieses Genres, Dmitrij Kiseljov selbst, zu übertreffen. Laut Vadim Popov, TV-Kommentator der Literaturnaja gazeta, versuche Klejmjonov, sich durch einfallsreiche, wortreiche Einleitungen hervorzutun. Doch wenn Kiseljov über Geschmack, Gedanken u. Vorstellungskraft verfügt, dann ersetzt Klejmjonov den Inhalt durch Obszönitäten u. einen spöttischen, sarkastischen Ton“. Der Publizist Aleksandr Nevzorov brachte die Spezifik Klejmjonovs wie folgt auf den Punkt: „Klejmjonov ist eine völlig andere Waffe, ein neuer Radius der Schärfe, ein neuer Radius der Zerstörung. Er ist, sagen wir, der Stärkste in dieser Firma... Er ist einer der Menschen, die ihre Meinung sagen dürfen, u. er weiss, wie es geht." Was die Lage der Opposition in Russland betrifft, habe Klejmjonov wiederholt Intoleranz gezeigt. Der Publizist Vadim Shtepa zog in dieser Hinsicht direkte Parallelen zur Sowjetzeit: „Die reale Opposition sei praktisch auf den Status von Dissidenten aus der Sowjetzeit reduziert worden", einschliesslich „Bedrohung mit Gefängnisstrafe oder Strafpsychiatrie". Die Teilnehmer der Konferenzen des "Forums Freies Russland" in Vilnius bezeichnete Klejmjonov in seiner Einschätzung als Moderator der Sendung "Vremja“ als „eine psychiatrische Gesellschaft, die an einer depressiven Form von Hass gegenüber Russland leidet …“, eine typische Ausdrucksweise der Diffamierung der Oppositionellen u. Andersdenkenden durch die Kreml-Propaganda.
Das "Forum Freies Russland", das die sog. "Putin-Liste" führt, wirft
Klejmjonov "aktive, langjährige Beteiligung an der Legitimierung u. Propaganda des Putin-Regimes" vor. Hauptgrundlage für die Vorwürfe gegen Klejmjonov sei seine offizielle Position als Leiter einer der grössten Medienstrukturen Russlands, die seit vielen Jahren aktiv für Propagandazwecke genutzt werde, sowie seine persönl. Beteiligung an Propagandaaktivitäten als Moderator. Die Informationssendungen des "1. Kanals" unter der Leitung Klejmjonovs seien zu einer der wichtigsten Ressourcen für die Informations- u. Propagandaunterstützung der Aggression des russ. Regimes u. seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit geworden, darunter der Krieg mit Georgien, die Besetzung u. Annexion der Krym, die militär. Aktionen in der Ostukraine, die MH-17-Katastrophe, der Mord an Litvinenko, das Attentat auf die Skripals, usw. Klejmjonov trage persönl. Verantwortung für die Errichtung eines harten autoritären Regimes in Russland unter Putin an der Spitze. Er habe seine Loyalität gegenüber Putin nie verborgen, etwa während des Präsidentschaftswahlkampfs von 2018, bei dem sich Klejmjonov offen u. öffentlich für Putin einsetzte u. gegenseitiges Vertrauen genoss. Ein indirekter Beweis für Klejmjonovs Mitschuld an den Verbrechen des Putin-Regimes sei die Verleihung höchster staatl. Auszeichnungen, darunter des Ordens der Freundschaft, des Ehrenordens u. des Verdienstordens für das Vaterland. Klejmjonov gelte als leidenschaftlicher Kämpfer gegen die "Feinde Russlands“, als Entlarver der "Machenschaften des Westens“ u. als einer der bekanntesten Ukrainephoben, wie das "Forum" betont. 2014 befürwortete er vehement die Annexion der Krym u. 2018 drohte er mit einem unausweichlichen Krieg aufgrund der Spaltung der orthodoxen Kirche. Er wiederholte immer wieder das Propagandaklischee "der ukrain. Staat ist ein Widerspruch in sich“, so etwas wie „heisser Schnee“ u.ä. Klejmjonovs Name wurde als russ. Propagandist auf die "FBK"-Liste der "Korrupten Beamten u. Kriegstreiber" mit dem Vorschlag gesetzt, gegen ihn internationale Sanktionen zu verhängen.
Sanktionen: Im Zuge des von Putin im Feb. 2022 entfesselten russ. Angriffskriegs gegen die Ukraine wurde Klejmjonov wegen seiner "Beteiligung an der Verbreitung russ. Desinformation u. Propaganda“ auf die kanadische Sanktionsliste "russ. Desinformationsagenten“ gesetzt. Im Jan. 2023 gelangte er als russ. Propagandist auf die Sanktionsliste der Ukraine. Seit Feb. 2023 unterliegt er auch EU-Sanktionen, weil laut EU-Amtsblatt "der 1. Kanal die Politik der russ. Behörden durch seine Propagandaaktivitäten unterstützt u. verstärkt, ... das Kreml-Narrativ verbreitet u. die territoriale Integrität der Ukraine ... untergrub". Kirill Klejmjonov habe "direkten Einfluss auf den Informationsgehalt des 1. Kanals u. darauf, wie dieser über die russ. Aggression gegen die Ukraine berichtet. ..." Aus ähnlichen Gründen wurde er mit Sanktionen der Schweiz /s. Kleimenov/ belegt.)

KLIMENKO, German Sergeevich II 2011-16: II III IV VI VII VIIIa VIIIb VIIIc IX X XI XII XIII XIV XV XVI  XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI XLII XLIII XLIV XLV XLVI XLVII  2017-: II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI (1966-, sowjet. IT-Ingenieur-Programmierer, russ. Ökonom, Unternehmer u. kremlnahe Persönlichkeit in der russ. IT-Branche, Internet-Experte. In den 1980er Jahren studierte er am Institut für Militäringenieure des Roten Banners namens "A.F. Mozhajskij" in St. Petersburg mit einem Abschluss als Softwareingenieur. Absolvent der Fakultät für Umschulung der Wirtschaftshochschule mit der Qualifikation eines Ökonomen. In den 1990er Jahren arbeitete er als Programmierer u. stv. Direktor in einer Filiale einer Irkutsker Kommerzbank. 1996 wechselte er zur Russ. Kreditbank, wo er bis 2000 in ähnlicher Funktion tätig war. 1995 gründete er die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft "RK-Audit", ein Jahr später die Rechtsagentur "Juragenstvo". 2000-8 war er Manager der Bank "Kvota", heute "Ajvi Bank", die er am Vorabend der Finanzkrise 1998 für 700 Tsd. USD erwarb. Schöpfer u. Leiter des LBE-Bannersystems des TopList-Zählers des List.Ru-Website-Katalogs. 2003 startete er den persönl. Tagebuchdienst Li.ru u. 2005 schuf er in Zusammenführung mit  Rax.ru den Internetdienst "LiveInternet", dessen Eigentümer er ist, mit seiner eigenen Blogging-Plattform, die Mitte der 2000er Jahre in China sehr beliebt war. Im selben Jahr wurde er einer der Miteigentümer von "3DNews.ru", einem Medienunternehmen für IT-Technologien, das 1997 ins Leben gerufen worden war. 2009 wurde auf der Grundlage von "Liveinternet" das kontextbezogene Medienwerbesystem "MediaTarget" eingeführt. 2010 wurde zusammen mit Artur Perepelkin der "Social Space Fund" gegründet, ein Investmentfonds für die Entwicklung von Anwendungen für das soziale Netzwerk "Facebook". Das Budget des Fonds betrug 10 Mln. USD. Später erkannte Klimenko die Idee als erfolglos an. Im Juni 2013 wurde er Präsident der "Vereinigung für die Entwicklung des Electronic Commerce", die kleine u. mittlere Online-Shops vereinte. Anfang 2014 wurde er Mitglied des "Clubs der Leader" der russ. Non-Profit-Organisation "Agentur für Strateg. Initiativen", die von der Regierung RF gegründet wurde, um Massnahmen zur Verbesserung des Geschäftsumfelds in Russland umzusetzen. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist der Präsident RF V. Putin.
Bis 2014 kritisierte Klimenko aktiv die Abgeordneten der Staatsduma RF wegen der Verabschiedung eines Gesetzes, das die Speicherung personenbezogener Daten von Russen auf Servern in Russland vorschreibt. Seine Ansicht änderte sich jedoch nach den Ereignissen in der Ukraine, als er vorschlug, ausländ. soziale Netzwerke zu verbieten. Wie "Meduza" feststellte, hatte Klimenko, bevor er Beamter wurde, in seinen Interviews bereits begonnen, sich mit den Behörden zu identifizieren. Dabei habe er Loyalität gegenüber V. Putin u. Vjacheslav Volodin u. seine Unterstützung für die weitere Einschränkung des Internets in Russland gezeigt. Im Jan. 2014 wurde "Mediametrics", ein auf Social-Media-Daten basierender Nachrichtenaggregator, gestartet, der Mediennotizen anzeigt, die die meisten Klicks von Social Media erhalten haben. "Mediametrics" führt einen eigenen Internet-Live-Kanal. Der Dienst wurde zu Klimenkos eigenem Produkt. Im Feb. 2015 leitete Klimenko das "Internet Development Institute", das mit Unterstützung des stv. Leiters der Verwaltung des Präsidenten RF s. Vjacheslav Volodin gegründet wurde u. dessen Zweck darin bestand, eine Interaktion zwischen Technologieunternehmen u. den Behörden herzustellen.
Nach Beginn des russ.-ukrain. Informationskriegs infolge der Annexion der Krym u. des Konflikts in der Ostukraine 2014 wurden auf Klimenkos Beschluss alle ukrain. Medien aus dem Aggregator entfernt. Anfang Aug. 2014 hatte der Dienst etwa 80 Tsd., bis zum 8. Okt. 2015 300 Tsd. Benutzer. Im Aug. 2014 leitete Klimenko den Vorstand von "AllinOne Network", das Projekte im Bereich E-Commerce für den pharmazeutischen Einzelhandelsmarkt u. den kommerziellen Medizinmarkt in Russland sowie im Bereich digitale Werbung für pharmazeut. u. medizin. Märkte entwickelt. Ende 2015 registrierte "Roskomnadzor" den Kabelfernsehkanal "Mediametrics". 2015-17 leitete Klimenko das "Internet Entwicklungs-Institut" als Vorstandsvorsitzender, das mit Unterstützung von s. Vjacheslav Volodin, dem stv. Leiter der Präsidialverwaltung RF, gegründet wurde. Der Zweck dieser Organisation bestand darin, eine Verbindung zwischen Technologieunternehmen u. der Regierung herzustellen.
Berater des Präsidenten RF: Im Dez. 2015 trat der Präsident RF V. Putin mit dem Vorschlag an German Klimenko heran, sein Berater für die Entwicklung des Internets zu werden. Im Jan. 2016 wurde Klimenko in diese Position in der Präsidialverwaltung RF berufen u. im Juni verlieh Präsident Putin Klimenko den Rang eines aktiven Staatsrats RF 3. Klasse. Während seiner Amtszeit als Berater für Internetfragen hatte er sich um die teilweise
Schliessung" des Internetraums in Russland, das Verbot der Anonymität der Internetnutzer u. die Erlangung der „totalen Kontrolle“ über die personenbezogenen Daten der Nutzer durch den Staat zu kümmern. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, sprach er selbst von „unvermeidlicher De-Anonymisierung von Internetnutzern“, von der „Anonymität als ein Problem an sich“ u. als „grösstes Problem“ des Internets. Klimenko ist oder war der Überzeugung, dass das russ. Gesetz über personenbezogene Daten verschärft werden sollte, um die für Bürger unnötige Erhebung ihrer Daten durch die Marktteilnehmer einzuschränken. Im Juli 2017 verabschiedete Russland ein Gesetz, das die Anonymität bei Messengern verbietet. Klimenko war der Ansicht, dass „die Anwendung des chines. Modells der staatl. Regulierung des Internets inländischen Internetunternehmen zugute kommen würde“, u. dass „die einzige Möglichkeit, die Informationssicherheit in Russland zu gewährleisten, darin besteht, das Internet einzuschränken, wie in China.“ Im März 2018 erklärte Klimenko, dass Russland technisch bereit sei, sich vom globalen Internet zu trennen, sagte jedoch voraus, dass „der Prozess nicht schmerzlos sein" werde, da viele User in Russland ihre Daten speichern u. Hosting im Ausland nutzen. Was die Rolle Russlands bei den US-Wahlen von 2016 anbelangte, bezeichnete Klimenko im März 2018 Insbes. die Vorwürfe der Einmischung Russlands in die US-Wahlen gegen die "Internet Research Agency", die berüchtigte "Trollfabrik“ von s. Evgenij Prigozhin, als „Dummheit“ u. „einen Versuch, die Grenzen des Internets zu schliessen“ /sic/. Klimenko rief wiederholt öffentlich dazu auf, ausländ. Unternehmen im russ. IT-Markt zu diskriminieren oder aus ihm zu verdrängen, wobei er von der offenen Drohung gegen internationale Unternehmen wie "Facebook" u. "Microsoft" nicht zurückschreckte. Ausserdem erklärte er die Notwendigkeit, die Steuern für "Apple" u. "Google" zu erhöhen u. schlug ein Verbot der Verwendung von "Microsoft Windows" in Regierungsbehörden vor. Gleichzeitig äusserte Klimenko oft offen sein eigenes materielles Interesse an solchen Entwicklungen, indem er etwas sagte: „Wenigstens werde ich auf jeden Fall reich. Wir werden Google u. alle seine Dienste verdrängen. ... Google nimmt uns Einnahmen weg ... ", u. wenn es das nicht mehr gibt, werden wir heldenhaft verdienen.“ Und: „Wenn die Regierung morgen beschliesst, Google zu verbieten, werde ich es durchführen.“ Im Juni 2018 wurde er aus diesem Amt entlassen. /s. entsprechende Seite bei "Forum Freies Russland"./ In 2,5 Jahren Arbeit habe er den Präsidenten nur einmal persönlich getroffen. Klimenko erhielt folgende Auszeichnungen: "Berühmtheit des russ. Internets, 2000; 7x Nennung im Rating "Ausgezeichnete Top 20 des Runet", jährlich 2004-10; "Produzent des Jahres", 2005 u. 2006. Es wurde berichtet, dass auf Klimenkos Schreibtisch ein Porträt von Josef Stalin stand. 2021 wurde Klimenko bei den Wahlen zur Staatsduma RF in die Bundesliste der "Russ. Partei für Freiheit u. Gerechtigkeit" aufgenommen. Gemäss der Zeitung Vedomosti soll Klimenko über mit ihm verbundene Personen Eigentümer des BitTorrent-Trackers "Torrnado.ru" /gewesen/ sein, der raubkopierte Inhalte verbreitet haben soll. Der Geschäftsmann erklärte, dass "Torrnado.ru" in Übereinstimmung mit dem Gesetz arbeite u. er damit nichts „zu tun“ habe, gab jedoch zu, dass er mit dieser Seite zusammengearbeitet habe u. bezeichnete deren Besitzer als „seine guten Freunde“. "FINAM" schätzte den Gesamtwert des Internetvermögens Klimenkos auf über 1 Mrd. Rubel.
Kritik: Von Seiten von Kritikern wie dem "Forum Freies Russland", das die sog. "Putin-Liste führt", werden Klimenko folgende Vorwürfe gemacht: Mittäterschaft unter Ausnutzung seiner offiziellen Position während seiner Tätigkeit als Berater des Präsidenten RF 2016-18 bei der Begehung von Verbrechen gegen die verfassungsmässigen Rechte u. Freiheiten des Menschen u. Bürgers gemäss den entsprechenden Artikeln von Kapitel 19 StGB RF u. gegen die Grundlagen der verfassungsmässigen Ordnung u. Sicherheit des Staates gemäss den entsprechenden Artikeln von Kapitel 29 StGB RF sowie von Verbrechen im Bereich der Computerinformation gemäss den entsprechenden Artikeln des Kapitels 28 StGB RF. Die Blockierung von Messengern, Informationsressourcen usw. hatten schwerwiegende negative gesellschaftspolit. Folgen, insbes. unter dem Gesichtspunkt der Verletzung v. Menschen- u. Bürgerrechten u. -freiheiten in Russland im Bereich der Verbreitung u. des Empfangs von Informationen, was Art. 29 der Verfassung RF betrifft. Klimenko, der als Vertreter der Führung der russ. Staatsmaschinerie im Zeitraum 2016-18 in seinem Zuständigkeitsbereich direkten Einfluss auf die Staatspolitik hatte, war für die Verletzung grundlegender Menschenrechte u. Grundfreiheiten in Bezug auf solche internationalen Rechtsakte, deren Vertragspartei die RF ist, wie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, dem Internationalen Pakt über bürgerliche u. polit. Rechte, der Akten der OSZE u.a.v. verantwortlich. Darüber hinaus seien die Aktivitäten Klimenkos auf mögliche Korruptionskomponenten zu überprüfen.)

KLIMENTEV, Andrej Anatolevich Alle Videos (1954-, russ. Unternehmer u. Oppositionspolitiker in Nizhnij Novgorod. Nach seinem Schulabschluss trat er in die Automobilabteilung des Polytechnischen Instituts der Stadt Gorkij ein, brach das Studium jedoch im 5. Jahr ab. In der Sowjetzeit wurde ihm Verbreitung von pornograf. Videoprodukten u. die "Vorbereitung eines Betrugs" vorgeworfen, wodurch er zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. 1999 erklärte das Oberste Gericht RF das Urteil für rechtswidrig. In der Folge engagierte er sich in der Häftlingshilfe. In den 1990er Jahren besass Klimentev einen Nachtclub, mehrere Supermärkte u. die Mehrheitsbeteiligung an einer Schiffswerft. Laut Kommersant finanzierte er im Herbst 1993 die Kampagnen von s. Boris Nemcov, mit dem er befreundet war, für die Wahlen zum Föderationsrat RF u. einer Staatsduma-Kandidatin u. soll dafür etwa 100 Mln. Rubel ausgegeben haben. 1993 gelang es Klimentevs staatl. Schiffsunternehmen mit Hilfe von Nemcov einen Staatskredit in Höhe von 30 Mln. USD zu erhalten, von dem später ein Teil unterschlagen wurde. Die Freunde stritten sich, nachdem Nemcov laut Klimentev ein Strafverfahren gegen ihn wegen Unterschlagung von Krediten in Höhe von 18 Mln USD einleiten liess. Während des Prozesses beschuldigte Klimentev Nemcov, Bestechungsgelder angenommen u. erpresst zu haben. Nemcov bezichtigte Klimentev wegen seiner Anschuldigungen der Verleumdung /ausführl. dazu s. Wikipedia/. Nach der Beurteilung des Obersten Gerichts RF belief sich der unterschlagene Betrag auf 48 Tsd. USD. Im Okt. 1995 wurde Klimentev im Auftrag der Staatsanwaltschaf RF in Taschkent, Usbekistan, festgenommen. Während seiner Haftzeit kandidierte er 2x als Abgeordneter für die Staatsduma RF u. die Stadtduma von Nizhnij Novgorod. Im April 1997 wurde er nach 6 Artikeln StGB RF angeklagt u. nach Art. 160 Teil 3 StGB RF wegen "Diebstahls fremden Eigentums“ zu einer Freiheitsstrafe von 1,6 Jahren verurteilt, aber er wurde noch im Gerichtssaal aus der Haft entlassen, da er diese Zeit bereits in einer U-Haftanstalt abgesessen hatte. Im März 1998 wurde Klimentev mit 34% der Stimmen zum Bürgermeister der Stadt Nizhnij Novgorod gewählt, doch Anfang April wurde die Wahl für ungültig erklärt u. Klimentev wurde auf Antrag des Staatsanwalts verhaftet u. Ende Mai zu 6 Jahren Gefängnis mit Beschlagnahmung von Eigentum verurteilt. Seine Strafe verbüsste er in einem Gefängnis in Dzerzhinsk. Nach einem Vergleichsurteil wurde er im Okt. 2000 auf Bewährung aus der Haft im Gebiet Kirov entlassen.
2001 nahm Klimentev an der Wahl des Gouverneurs des Gebiets Nizhnij Novgorod teil u. kam auf den 5. Platz. Der bevollmächtigte Vertreter des Präsidenten RF im Föderationskreis Volga, s. Sergej Kirienko, sagte vor der Wahl: „Ich werde zurücktreten, wenn Klimentev die Wahlen gewinnt“. Während des äusserst schmutzigen Wahlkampfs war Klimentev einem starken Informationsdruck ausgesetzt: In der Stadt erschienen Plakate mit Bildern von Prostituierten, Banditen u. Homosexuellen, die dazu aufriefen, für Klimentev zu stimmen. Während der Wahl wurde Klimentev ein 5-jähriges Kind entrissen u. erst nach der Wahl zurückgebracht, wobei sich die Mutter des Kindes, die Ex-Frau Klimentevs, an der Wegnahme beteiligte. Laut Klimentev wurde die Operation von S.V. Kirienko, dem Moskauer Galeristen s. Marat Gelman u.a. geleitet. Im Herbst 2002 kandidierte Klimentev für die Wahl des Bürgermeisters von Nizhnij Novgorod; wobei er unmittelbar vor dem Wahltag von der Richterin des Bezirksgerichts Nizhnij Novgorod, Vavilycheva, von der Wahl ausgeschlossen wurde, was übrigens nach dieser Entscheidung zu ihrer Beförderung ans Gebietsgericht führte. Ihr Vater war übrigens Vorsitzender des sowjet. Bezirksgerichts von Nizhnyj Novgorod. 2003 kandidierte Klimentev für die Staatsduma RF im Kanavinskij-Bezirk der Stadt Nizhnij Novgorod, wurde jedoch auf Antrag eines gewissen Denis Gorbushin aufgrund der "Unzuverlässigkeit" der gesammelten Unterschriften von der Kandidatur abgesetzt. Gorbushin, der Berufung beim Gericht einlegte u. die Annullierung der Gültigkeit der Unterschriften forderte, behauptete, die Unterschriften seien mit unvollständigen Angaben versehen oder sogar gefälscht worden. Infolgedessen wurden 1561 Unterschriften vom Gericht für ungültig erklärt, wodurch die Registrierung des Kandidaten Klimentev annulliert wurde. An einer Pressekonferenz über den Ausschluss Klimentvs von den Wahlen versicherte Gorbushin , dass er Klagen auch gegen andere Kandidaten in anderen Gebieten einreichen werde. Nach Überprüfung durch die Generalstaatsanwaltschaft RF wurde festgestellt, dass die Unterschriftenblätter in der Wahlkommission des Kanavinskij-Bezirks der Stadt Nizhnij Novgorod vollständig ausgetauscht wurden. Denis Gorbushin ist ein russ. Politiker aus dem Gebiet Penza u. ist/war geschäftlich in Nizhnij Novgorod tätig. Als Mitwirkender bei Kommunalwahlen verschiedener Regionen wurde er bekannt dafür, dass er sich bei der Entfernung unerwünschter Oppositionskandidaten engagiert u. so unter Journalisten den Ruf eines berüchtigten Kandidatenkillers erworben hat. /In späteren Jahren setzte Gorbushin sich in ähnlich aggressiver u. hinterlistiger Weise für den Ausschluss konkreter Kandidaten bei Kommunalwahlen in Vologda, Petrozavodsk, Pushchino, Vladimir u. Murom ein. Obwohl sich Gorbushin in keiner Weise parteilich zu erkennen gab, war es offensichtlich, dass er in Petrozavodsk heimlich für die kremlnahe Partei "Einiges Russland“ lobbyierte u. in Vladimir auf der Parteiliste der "Patrioten Russlands“ nominiert wurde.
Die Schikanen gegen Klimentev, der anscheinend ein Dorn im Auge des Kremls war, nahmen kein Ende: Anfang 2006 wurde er unter dem Vorwurf des "Raubs durch Dreschen“ nach Art. 161 Teil 3 StGB RF festgenommen. Klimentev war inzwischen im Agrargeschäft tätig. Die Anklageschrift ging im Zuge des Prozesses verloren. Der Geschäftsmann versuchte, seine Unschuld zu beweisen, indem er argumentierte, dass sowohl das Feld als auch die Ernte darauf sein Eigentum wären u. er daher überhaupt nicht „durch Dreschen rauben“ könne. Dennoch wurde er 2007 des Betrugs für schuldig befunden u. zu 2,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Gefängnis schrieb Klimentev seine Autobiografie "Zwischen Macht u. Gefängnis“. Anfang 2009 verkürzte das Gericht Klimentevs Strafe um 2 Monate. Anschliessend hob das Gericht des Gebiets Nizhnij Novgorod ohne Einwand des Staatsanwalts die Verkürzung der Haftstrafe durch das erstinstanzliche Gericht auf. Im Sommer 2009 kam er dann aber doch aus dem Straflager frei. Klimentev, der als polit. Häftling gilt oder sich selbst als einen solchen betrachtet, wurde in Russland 5x ins Gefängnis eingewiesen u. verbrachte dort offenbar insgesamt zwischen 15 u. 16 Jahre in Haft. Der Fall Klimentev erinnert unweigerlich an analoge Praktiken der Sowjetzeit, als das Prinzip einmal verfolgt u. strafbar immer verfolgt u. straffällig zur Anwendung kam. Aber es ging bei dem Unternehmer immer auch um Probleme des Gelds u. der Finanzen, die zusammen mit polit. Opposition viel Zündstoff im Putinstaat bildeten. Im Dez. 2018 fand in Nizhnyj Novgorod zwischen Andrej Klimentev u. s. Vladimir Milov, einem anderen ehem. Mitstreiter Boris Nemcovs, eine öffentl. Debatte über Nemcov statt. Im März 2019 berichtete die Presse, dass Andrej Klimentev erneut festgenommen wurde u. vor dem Bezirksgericht Nizhnij Novgorod erscheinen musste /II/. Wie der Anwalt des Geschäftsmanns mitteilte, sei das Verfahren gegen Klimentev auf Antrag von Nina Makalova, seiner ehem. Geschäftspartnerin u. jetzt Gegnerin vor dem Schiedsgericht, eingeleitet worden. Klimentev sei wegen des Verdachts der Begehung einer Straftat im Sinne von Art. 30 u. Art. 159 Teil 4 StGB RF festgenommen worden, befände sich vorübergehend in einer Haftanstalt, sei aber nicht angeklagt worden u. habe gemäss Art. 51 der Verfassung RF die Aussage verweigert. Klimentev erklärte im Gespräch mit dem Anwalt, dass er mit dem Verdacht des Versuchs, eine Straftat zu begehen, nicht einverstanden sei u. seine Inhaftierung als Versuch betrachte, Druck auf ihn u. sein Unternehmen auszuüben. Im sozialen Netzwerk bezeichnete er seine Verhaftung als „polit. Zirkusshow", dass „korrupte Politiker regieren" u. dass sich für ihn „nichts geändert" habe.
Im April 2020 wurde Klimentev zu 4 Jahren Gefängnis mit allgemeinem Regime verurteilt. Ihm wurde ein Betrugsversuch in besonders grossem Umfang vorgeworfen. Nach Angaben der Ermittler versuchte der Geschäftsmann, die Schulden einer Rentnerin aus Sechenov, Nina Makalova, in Höhe von 372 Mln. Rubel auf der Grundlage fiktiver Dokumente in das Gläubigerregister aufzunehmen. Der Angeklagte weigerte sich, seine Schuld einzugestehen. Im Aug. 2020 wurde beim Schiedsgericht des Gebiets Nizhnij Novgorod gegen Andrej Klimentev im Fall der Insolvenz der Firma "Sechenovskaja Niva" eine Schuldklage in Höhe von 15,761 Mln. Rubel eingereicht. Offenbar wurde bzw. sollte der wegen Betrugs verurteilte Geschäftsmann für bankrott erklärt werden. Wie Medien berichteten, wurde er im März 2022 vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen /II/. Andrej Klimentev ist mit Irina Klimenteva verheiratet, die im März 2019 im Gerichtssaal sagte, dass sie auf ihren Mann angewiesen sei, sie zusammen eine minderjährige Tochter hätten, ihr Mann krank sei, er eine Herzoperation gehabt habe, an Diabetes leide u. eine 85-jährige Mutter habe.)

KLIMKIN, Pavlo Anatolijovych II III IV V VI VII // II III IV-1dt IV-2dt IV-3dt Vdt VI VII VIII IX X XI XII XIIIdt XIV XV XVI XVII XVIIIruss XIX XX XXI XXII XXIII XXIVruss XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXIdt XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI XLII (1967-, sowjet. Mathematiker-Physiker, ukrain. Diplomat u. Politiker. Absolvent des Moskauer Instituts für Physik u. Technologie, Fakultät für Aerophysik u. Weltraumforschung, mit Spezialisierung auf angewandte Mathematik u. Physik. In den 1990er Jahren war er wissenschaftl. Mitarbeiter am E.O. Paton-Institut für Elektroschweissen der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine. Als Diplomat war er Attaché u. Sekretär des Departements für Militärkontrolle u. Abrüstung des Aussenministeriums der Ukraine, bis 2000 Sekretär der ukrain. Botschaft in Deutschland, zuständig für wissenschaftl., technische u. polit. Fragen. In den 2000er Jahren war er in verschiedenen Stellungen des Aussenministeriums der Ukraine tätig, Ministerrat an der ukrain. Botschaft in GB u. bis 2010 Direktor des Departements EU des Aussenministeriums der Ukraine. Seit 2008 führte er die Verhandlungen mit Brüssel über ein Assoziierungsabkommen. Anschliessend war er stv. Aussenminister. Im Juni 2012 wurde Klimkin per Dekret des Präsidenten der Ukraine zum Ao. u. bevollmächtigten Botschafter der Ukraine in der BRD ernannt. Für diese Ernennung waren seine hervorragenden Deutschkenntnisse von Bedeutung. Als Botschafter pflegte er ausgiebig den Kontakt mit dt. Beamten, Abgeordneten u. Journalisten, um der Öffentlichkeit den ukrain. Standpunkt deutsch u. deutlich darzulegen. Sein profesionelles wie engagiertes, aber auch besonnenes, analytisches u. intelligentes Auftreten u. seine guten Kenntnisse der dt. u. engl. Sprache trugen zu seiner Beliebtheit in polit. u. Medienkreisen bei. Laut einigen Journalisten habe Klimkin, als er die Ukraine in Deutschland vertrat, deren damaliger Präsident s. Viktor Janukovych war, einen nüchternen Geist u. eine gesunde Skepsis gegenüber dem damaligen Staatsoberhaupt. bewahrt. Klimkin schreckte aber auch nicht davor zurpück, Deutschland eine veraltete Vorstellung über die Ukraine vorzuwerfen, z.B. dass die Krym oder gar die ganze Ukraine irgendwie zu Russland gehörten, weil sie Teil der Sowjetunion waren. Nach dem Machtwechsel in der Ukraine im  Feb. 2014 wurde im Land eine Politik gestartet, um es von der sowjet. Vergangenheit zu "reinigen“, ein Thema, das von Klimkin, ab Juni 2014 Aussenminister der Ukraine sowie Mitglied des Nationalen Sicherheits- u. Verteidigungsrats der Ukraine war wiederholt aufgegriffenwurde. Klimkin leitete das ukrain. Verhandlungsteam bei den Gesprächen mit Moskau über die Umsetzung des von der OSZE vorgelegten Friedensplans für die Ostukraine. Seine Ernennung als Aussenminister war nicht unumstritten, da Klimkin nicht davor zurückschreckte, Russland ständig zu brüskieren. Schon zu Beginn seiner Arbeit setzte sich Klimkin für die Anerkennung der sog. selbsternannten u. vom Kreml als selbständige Staatsgebilde anerkannten "Volksrepubliken" von Doneck "DNR“ u. Lugansk/Luhansk "LNR" als terrorist. Organisationen ein. In einem Interview bezeichnete er den Abschuss einer Boeing 777 im Donbass im Juli 2014 als "Terrorakt" u. verglich ihn mit dem Terroranschlag vom 11. Sept. 2001 in den USA. Laut Klimkin braucht der ukrain. Staat v.a. militär. Hilfe. Der Minister versicherte auch, dass seine Behörde für Aussenpolitik 2 Kernideen habe, um die nationale Sicherheit der Ukraine zu gewährleisten. Die erste basiere auf dem Assoziierungsabkommen zwischen der EU u. der Ukraine u. bestehe in der Bildung sog. taktischer Kampfgruppen mit verschiedenen Mitgliedstaaten der Union. Die zweite Idee sei, dass die Ukraine zusammen mit ihren osteuropäischen Partnern, insbes. Georgien u. Moldawien, NATO-Verbündete würden, ohne Mitglied des Bündnisses zu werden. Dabei solle die Erlangung des Status eines "NATO-Verbündeten“ nicht direkt mit dem Beitritt der Ukraine zu dieser Allianz zusammenhängen. Nach seiner Ernennung zum Aussenminister zog er viele personelle Veränderungen in seinem Ministerium durch u. führte strengere Ausbildungsmassnahmen zur Erhöhung der beruflichen Qualifikation der Diplomaten /die in der Ukraine als relativ schlecht gilt/ ein. Ferner entschied er sich, sog. regionale "Hub-Botschaften“ einzuführen, um die Ukraine, die er als ein wichtiges europäisches Land mit gewissen globalen Ambitionen sehen wollte, in der gesamten Region besser zu positionieren. Dabei sollten auch Räume wie China, Südostasien, Südamerika usw. stärker berücksichtigt werden. Im März 2015 kündigte er einen persönl. Boykott aller russ. Medien an, gleichzeitig widerrief das ukrain. Aussenministerium deren Akkreditierung. In der neuen Regierung Hrojsman behielt Klimkin das Amt des Aussenministers der Ukraine. In dieser Position setzte er sich für Bestrafung derjenigen Firmen ein, die versuchten, Sanktionen gegen Russland zu umgehen, die infolge der Krym-Annexion verhängt wurden, u. nahm auch die dt. Unternehmen "Volkswagen" u. "Adidas" wegen ihrer Tätigkeit auf der Krym nicht aus. 2016 sagte Klimkin, dass er trotz der akituellen Spannungen mit Moskau am Minsker Friedensplan festhalten wolle u. forderte ein internationales Gesprächsformat über die Krym. Im Jan. 2018 äusserte sich Klimkin fassungslos darüber, dass im Zentrum von Kiev der anlässlich des 60. Jahrestags der Gründung der UdSSR aufgestellte Freiheitsbogen des ukrain. Volkes noch nicht abgebaut worden war. Klimkins diesbezügl. Erklärung wurde von der offiziellen Vertreterin des Aussenministeriums RF, s. Marija Zakharova, kritisiert. 2022 ordnete Bürgermeister s. Vitalij Klychko die Demontage der Bronzeskulptur an u. regte die Umwidmung des Denkmals in einen ukrainFreiheitsbogen an.
Nachdem Klimkin 2018 auf "Twitter" behauptet hatte, dass die Donkosaken in Beziehung zur Ukraine stünden, antwortete Kosakengeneral s. Viktor Vodolackij, Abgeordneter der Staatsduma RF u. ehem. Ataman der Grossen-Don-Armee, in einer Zeitung, dass Klimkins „Vermutungen u. Märchen nichts mit der wirklichen Geschichte zu tun“ hätten.
K
urz vor der Amtseinführung des neugewählten ukrain. Präsidenten s. Volodymyr Zelenskyj im Mai 2019 reichte Klimkin seinen Rücktritt ein. Die Abstimmung über den Rücktritt fand im Parlament jedoch nicht die erforderliche Mehrheit. Darauf reichte Zelenskyj einen neuen Versuch ein, diesmal mit der Resolution, Vadym Prystajko zum neuen Aussenminister zu ernennen. Hintergrund des Rücktritts Klimkins war ein Konflikt mit Präsident Zelenskyj im Zusammenhang mit dem Schicksal der von den russ. Behörden während des Grenzkonflikts in der Strasse von Kertsch festgenommenen Seeleuten. Im Juli sagte Klimkin gegenüber Reportern, er habe das Angebot von s. Petro Poroshenko abgelehnt, der Partei "Europäische Solidarität" beizutreten u. mit ihr für die Verkhovna Rada zu kandidieren.
2019 veröffentlichte Klimkin auf einer tschechischen Website einen Artikel über die Geschichte der Krym, in dem sich der Chef des ukrain. Aussenministeriums bemühte, den „Mythos der russ. Krym" zu widerlegen. Dabei erklärte er die Krymtataren zum Urvolk der Halbinsel u. betonte, dass „ausser Kriegsgefangener keine Russen auf der Halbinsel waren". Um die „Krym von der einheimischen Bevölkerung zu säubern u. durch ethnische Russen zu ersetzen", sei 1944 die Deportation der Krymtataren durchgeführt worden. Gleichzeitig erwähnte Klimkin auch die Vertreibung der Griechen, Bulgaren u. Armenier von der Halbinsel. „Menschen aus ganz Russland begannen massiv auf die Krym zu ziehen" u. hätten sich in den Häusern der deportierten Bevölkerung niedergelassen, so dass es sich bei den Neusiedlern um „russ. Kolonisten“ gehandelt habe. Im Unterschied zu den modernen Staaten Polen, Lettland, Litauen, Estland u. Finnland, deren Gebiete zu verschiedenen Zeiten Teil des Russ. Reiches wurden, um die dortigen Völker zu versklaven, sei es den Krymtataren, die 1783 Teil Russlands wurden, nach dem Zusammenbruch des Russ. Reichs 1917 nicht gelungen, ihre Unabhängigkeit aufrechtzuerhalten. Die Krym sei wie die Ukraine von den Bolschewiken erobert worden u. Teil desselben russ. Reichs geblieben, das fortan UdSSR genannt wurde. Die Gewährung der Autonomie der Krym durch das bolschewist. Moskau im Jahr 1921 als Teil der RSFSR habe laut Klimkin „der objektiven Realität" widersprochen, da die Krym geografisch zur Ukraine gehöre u. Russland in keiner Weise territorial mit ihr verbunden sei. Laut Klimkin habe die Übergabe des Krymgebiets von der RSFSR an die Ukrain. SSR 1954 nicht gegen sowjet. Recht verstossen, u. daher sei „der russ. Mythos, dass der dumme Chruschtschov die Krym willkürlich der Ukraine gegeben hat, eine glatte Lüge“. Ausserdem äusserte sich Klimkin aus ukrain. Sicht kritisch u. vielleicht etwas unglücklich über heikle u. umstrittene Episoden der histor. polnisch-ukrain. Beziehungen in der Bandera- u. Pi³sudski-Zeit, wofür er von gewissen Polen, die ihn als Analphabeten schimpften, prompt Kritik erntete.
In seinem Artikel für die uruguayische Zeitung betrachtete Klimkin die Ukraine als histor. Nachfolgerin der Kiever Rus. Die Ukraine habe Europa vor der Eroberung durch die Tataren-Mongolen u. das Osmanische Reich gerettet u. seiner Meinung nach im Laufe der Geschichte eine „wichtige Rolle bei der Gestaltung Europas u. seiner Werte“ gespielt. Aus demselben Artikel folgte, dass wegen der Identifizierung der Ukraine mit der Kiever Rus Russland u. Weissrussland aus der Ukraine hervorgingen. Der 1. stv.  Vorsitzende des Kulturausschusses der Staatsduma RF s. Vladimir Bortko bezeichnete die Aussage Klimkins über die Herkunft dieser drei Völker als „Wahnsinn“ u. erinnerte daran, dass die „Ukraine, Russland u. Weissrussland ein u. dasselbe Volk sei, das aus der Kiever Rus kam".
Als die Staatsduma RF 2019 begann, die angeblichen Verluste zu berechnen, die die Krym während ihrer 23-jährigen Zugehörigkeit zur Ukraine erlitten hatte, zog Klimkin in Erwägung, von Russland eine Entschädigung für die jahrhundertelange „Besatzung“ der Ukraine zu fordern. Im März schrieb er erstmals auf "Facebook" darüber, u. im April erklärte er in einem TV-Sender, Kiev könne von Russland „eine Entschädigung für die jahrhundertelange Besatzung“ verlangen. Darauf reagierte die MID-Sprecherin s. Marija Zakharova mit gewohntem Sarkasmus, indem sie zur Sprache brachte, ob der Chef des ukrain. Aussenministeriums sich entsprechenden Tests unterzogen habe.
Klimkin bleibt wohl v.a. wegen seiner pointierten Äusserungen über die Sowjetzeit, über Russland u.a. Themen in Erinnerung, die auch die plausible Rechtfertigung der Existenz der Ukraine beinhalten. Beim Jahreswechsel 2019 äusserte Klimkin seine Unzufriedenheit darüber, dass im ukrain. TV zu viele sowjet. Filme  ausgestrahlt würden u. forderte ihre Reduktion. Die UdSSR bezeichnete er als ein Imperium aus einer Mischung aus Moskauer Zarenreich, Absolutismus u. sektiererischem Kommunismus. Die Oktoberrevolution habe ein mutiertes Imperium geschaffen. Aufgrund dieser Traditionen stellte er eine Verbindung zwischen Ivan dem Schrecklichen, der kein Kommunist war, u. Stalin her, der sich von derselben Logik habe leiten lassen. Als eine 2019 unter Russen durchgeführte Umfrage des Moskauer Levada-Zentrums die erhebliche Zustimmung zu Stalins Rolle in der Geschichte des Landes zeigte, interpretierte Klimkin die Ergebnisse der Umfrage als Beweis für eine „zombifizierte u. entmenschlichte russ. Gegenwartsgesellschaft“ - eine gesunde Gesellschaft u. normale Menschen würden keinen „paranoiden Tyrannen" bewundern. In einer uruguayischen Zeitung sprach Klimkin über den „kommunist. Totalitarismus“ u. dessen Rolle für das „historische Trauma“ des ukrain. Volkes. Ausserdem äusserte er sich negativ über die GUS, die es in der Realität gar nie geben werde, denn sie sei nur durch die Vergangenheit in der Sowjetunion vereint. Freie Menschen hätten da nichts zu suchen. Während in Russland 75% der Bürger den Zusammenbruch der UdSSR bedauerten, träume er davon, dass künftige ukrain. Kinder nicht mehr danach fragen werden, so wie etwa die Kroaten sich nicht mehr an die österreich.-ungar. Monarchie erinnern wollten.
Laut dem ehem. Präsidenten Georgiens u. Oberhaupt des Gebiets Odessa, s. Mikheil Saakaschwili, „ist Pavel Klimkin kein ethnischer Ukrainer, sondern Russe“ u. „spricht schlechter Ukrainisch als ich“. Wie die Journalisten des ukrain. Dienstes der BBC feststellen, stand auf dem Militärpass des Ministers, dass er Russe der Nationalität nach sei. Von der russ. Seite dürfte Klimkin, der in Kursk, Russland, geboren wurde, als ein harter Protagonist des ukrain. Nationalismus eingestuft worden sein. Nach Beginn des
von Putin im Feb. 2022 entfesselten russ. Angriffskriegs gegen die Ukraine meinte Klimkin im Juni 2022, dass Putin nicht stark genug für einen Angriff auf die Ukraine gewesen wäre, wenn man die Ukraine nach 2008 in die NATO geholt hätte.
Ehefrauen: Klimkins 1. Ehefrau arbeitete als 1. Sekretärin der ukrain. Botschaft in NL. Seine 2. Ehefrau /seit 2015/ Marina Mikhajlenko ist ebenfalls eine ukrain. Diplomatin, Absolventin des Instituts für Internationale Beziehungen der Taras Shevchenko-Staatsuniversität Kyiv, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Kandidat der Geschichtswissenschaften, die lange Zeit bei der Botschaft der Ukraine in Italien als Beraterin u. Presseattaché arbeitete. Einige Zeit bekleidete sie die Position der Direktorin der 2. Europaabteilung des Aussenministeriums der Ukraine. Sie war Teil der offiziellen ukrain. Delegation bei der 70. UN-Generalversammlung von 2015, wo die Delegation von Aussenminister Pavlo Klimkin geleitet wurde. Im Juli 2019 wurde sie von ihrem Posten als stv. Leiterin des Hauptdepartements für Aussenpolitik u. europäische Integration u. Leiterin des Departements für Aussenpolitik der Verwaltung des Präsidenten der Ukraine entlassen. Seit Feb. 2023 ist sie Ao. u. bevollmächtigte Botschafterin der Ukraine in Portugal. Ihr Vater u. Schwiegervater Klimkins, Jurij Mykhajlenko, ist General der Streitkräfte RF, der mit der Medaille "Für die Rückkehr der Krym“ ausgezeichnet wurde. Wie Marina Mikhajlenko auf ihrer "Facebook"-Seite festhielt, werde sie ihren Vater deswegen nicht aufgeben, obwohl sie seit einiger Zeit nicht mehr mit ihm gesprochen habe. Sie bedauerte die Tatsache, dass die russ. Aggression nicht nur Häuser, sondern auch langjährige Freundschaften u. Familien auf verschiedenen Seiten der Barrikaden zerstöre. Dies sei die Tragödie vieler ukrain. Familien, u. jede von ihnen müsse diesen Schmerz persönlich erfahren. Sie sei sich dessen bewusst, dass sie u. ihre Familie in diesem Informationskrieg aktiv gegen ihren Ehemann verwendet werden könnten, denn es sei klar, dass seine berufliche Tätigkeit u. sein Patriotismus für gewisse Leute sehr hinderlich seien.)

KLINCEVICH, Franc Adamovich 2010-: II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI XLII XLIII XLIV XLV XLVI  2015-: II IIIa IIIb IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI XLII XLIII XLIV XLV XLVI XLVII XLVIII XLIX L LI LII LIII LIV LV LVI LVII LVIII LVIX LX LXI (1957-, ehem. russ. Staatspolitiker. In der Sowjetzeit arbeitete er als Lehrer für Zeichnen, Arbeit u. Sport an einer Grundschule in der Beloruss. SSR, wurde zum Dienst in den Streitkräften der UdSSR einberufen, absolvierte die Höhere militär.-polit. Panzerartillerieschule in Sverdlovsk u. wurde nach Abschluss in der Litauischen SSR u. Moldauischen SSR eingesetzt. Er nahm an einem Fremdsprachen-Lehrgang für polit. Offiziere des Verteidigungsministeriums der UdSSR für die Sprache Dari teil. Im Afghanistankrieg wurde er als polit. Propaganda-Instruktor in das Kriegsland geschickt. 1991 absolvierte er die nach Lenin benannte Militärpolit. Akademie. Aktiver Wehrdienst bis 1997. Oberst der Reserve. 1990 stv. Vorsitzender, seit 1995 Vorsitzender der Russ. Union der Afghanistan-Veteranen. Ab 1992 ist er in Moskau ansässig, wo er zunächst leitender Spezialist der Regierungskommission für den sozialen Schutz des Militärpersonals, dann leitender Offizier im Kommando des Kommandanten der Luftlandetruppen war.
Politik, Mitglied der Staatsduma RF: 1995 kandidierte er erfolglos bei den Wahlen zur 2. Staatsduma RF auf der Liste des Blocks "Für das Vaterland!", der die 5%-Hürde nicht überwand. Im Dez. 1999 wurde er bei den Wahlen zur 3. Staatsduma RF auf der Liste des Wahlblocks "Einheit" als Abgeordneter gewählt, der die "Patriot. Volkspartei Russlands" vertrat u. Mitglied des Duma-Ausschusses für Arbeit u. Sozialpolitik war. 2000 wurde er Vorsitzender der Moskauer Stadtorganisation des Wahlblocks "Einheit". 2001 wurde er Mitglied des Präsidiums des Generalrats der Partei "Einiges Russland". Mit Klincevichs Namen ist in dieser Zeit ein Lobbying-Skandal im Lebensmittelbereich verbunden - der Fall Voronenkov-Novikov, der im russ. Wikipedia detaillierte beschriben ist. 2001 verteidigte Klincevich an der Russ. Akademie für öffentl. Verwaltung beim Präsidenten RF seine Doktorarbeit zum Thema "Persönl. u. psycholog. Merkmale von Russen mit niedrigem u. hohem Einkommensniveau“. 2002 war er Regionalsekretär der Partei "Einiges Russland" in Tschetschenien. Bei den Wahlen zur 4. Staatsduma RF 2003 kandidierte Klincevich auf der Liste der Partei "Einiges Russland“ der kaukas. Gruppe /Republiken Dagestan, Inguschetien, Karatschaj-Tscherkessien u. Tschetschenien/ u. wurde mit 6 anderen Kandidaten als Abgeordneter gewählt. In der Duma war er stv. Vorsitzender der Fraktion der Partei "Einiges Russland“ u. Mitglied des Verteidigungsausschusses. 2004 schloss er die Fakultät für Umschulung u. Weiterbildung der Militärakademie des Generalstabs der Streitkräfte RF ab. Im Dez. 2007 wurde er in die 5. Staatsduma RF gewählt. Dort wurde er zum 1. stv. Vorsitzenden des Ausschusses für Veteranenangelegenheiten ernannt. Ab 2008 war er Vorsitzender des Zentralen Koordinierungsrats der Anhänger der Partei "Einiges Russland" u. Leiter der Republiks-Sektion Tschetscheniens dieser Partei. Bei den Wahlen zur 6. Staatsduma RF vom Dez. 2011 kandidierte er als Vertreter der Partei "Einiges Russland" für das Gebiet Smolensk u. erhielt als Einziger von 4 Kandidaten ein Abgeordnetemandat. In dieser Duma war Klincevich stv. Vorsitzender des Verteidigungsausschusses u. Mitglied der Kommission für rechtliche Unterstützung der Entwicklung von Organisationen des militär.-industriellen Komplexes Russlands. 2014, im Jahr der Annexion der Krym durch Russland, sagte er, dass Russland gezwungen sein werde, die Grenzen für viele Güter zu schliessen u. meinte damit Europa u. die Ukraine. Im Dez. ergriff er die Initiative, die Entscheidungen des Kongresses der Volksdeputierten der UdSSR von 1989 überprüfen zu lassen u. verurteilte die Entscheidung, sowjet. Truppen nach Afghanistan zu entsenden. Gleichzeitig gab er seine Absicht bekannt, Waffenlieferungen an die selbsternannten "Volksrepubliken" von Doneck u. Lugansk/Luhansk anzubieten, falls die USA solche an die Ukraine aufnehmen sollten. In der Duma äusserte er sich im Jan. 2015 unverblümt über die aktuelle Lage. in der sich Russland befand: „Man" habe Russland einen Informations-, Wirtschafts- u. Finanzkrieg erklärt, den man mit Atomwaffen aber nicht gewinnen könne.
Als Parlamentarier trat Klincevich als rabiater, reaktionärer Hardliner der Partei "Einiges Russland" im Sinne der Narrative des Kremls in Erscheinung, der v.a. die Interessen des Militärs u. der Veteranen vertrat /was sein gutes Recht war/. Bei den gesetzgeberischen Initiativen war er im Feb. 2015 Mitautor von Gesetzesänderungen, die es dem Staat erlauben sollten, den Bürgern eine Vorladung zum Wehrdienst per Einschreiben zuzustellen, während denjenigen, die sich dem Wehrdienst entziehen, 5 Jahre lang verboten wurde, das Land zu verlassen, in den öffentl. Dienst einzutreten u. in kommunalen Behörden zu arbeiten. Die Änderungen erhielten die anfängliche Zustimmung des Verteidigungsausschusses u. die Unterstützung der Regierung RF, obwohl in der nachfolgenden Version der Teil über Einschreiben entfernt wurde. Im Juli 2017 wurde eine modifizierte Gesetzesvorlage, in der ein entsprechendes 10-jähriges Verbot enthalten war, von der Staatsduma angenommen u. von Präsident Putin unterzeichnet.
Mitglied des Föderationsrats RF: Per Dekret des Gouverneurs des Gebiets Smolensk s. Aleksej Ostrovskij wurde KIincevich im Sept. 2015 als Vertreter der Verwaltung des Gebiets Smolensk zum Mitglied des Föderationsrats RF ernannt. Dort wurde der neue Senator Mitglied der Kommission der Parlamentar. Versammlung der Russ.-Belaruss. Union für Sicherheit, Verteidigung u. Verbrechensbekämpfung. Gleichfalls wurde er 1. stv. Vorsitzender des Verteidigungs- u. Sicherheitsausschusses des Föderationsrats RF. Laut RBK war seine Ernennung Teil der Vereinbarung zwischen den Parteien "Einiges Russland" u. "LDPR"; im Gegenzug sollte die Kremlpartei darauf verzichten, bei der nächsten Gouverneurswahl in Smolensk mit ihrem Kandidaten gegen den "LDPR"-Politiker Aleksej Ostrovskij anzutreten.
Der Abgang Klincevichs als 1. stv. Vorsitzender des Verteidigungs- u. Sicherheitsausschuss des Föderationsrats RF im Feb. 2018 war laut der Zeitung Vedomosti mit dem Umstand verbunden, dass das Verteidigungsministerium RF mit den Äusserungen des Politikers, die nicht immer der offiziellen Linie des Ministeriums entsprachen, unzufrieden war. Klincevich nannte insbesondere die Annexion der Krym durch Russland von 2014 eine voreilige u. kurzsichtige Entscheidung, die gegen die Normen des Völkerrechts verstossen habe, weshalb unsere Nachkommen dafür noch lange bezahlen müssen“. Für einen prominenten Politiker von Putins quasi unfehlbaren "Regierungspartei" war dies eine aussergewöhnliche u. mutige Stellungnahme. Dies bedeutete jedoch keineswegs, dass Klincevich ein Sympathisant der "abtrünnigen" Ukraine wäre. Im Gegenteil blieb er ihr gegenüber äusserst feindselig eingestellt u. vertritt die Auffassung, dass eine nicht zu Russland gehörende Ukraine nicht erfolgreich sein werde u. ein Beitritt der Ukraine zur NATO u. zu Europa die Beziehungen Russlands zu ihr komplett verändern würde. Ausserdem ist Klincevich ein Anhänger des offiziellen russ. Staatsnarrativs, dass im Donbass ein Genozid gegen das russ. Volk stattfinde. Seine kremlkompatiblen Meinungen gibt er skrupellos u. medienwirksam etwa in der berüchtigten Sendung v. Vladimir Solovjovs zum Besten. Im Sept. 2020 wurden Klincevichs Befugnisse als Senator per Dekret des Gouverneurs des Gebiets Smolensk, desselben Aleksej Ostrovskij, beendet, wobei die Abgeordnete der Gebietsduma Nina Kulikovskikh seine Nachfolge antrat. Klincevich ist Träger des Aleksandr-Nevskij-Ordens.
Weitere kleinere oder grössere Skandale, mit denen Klincevichs Name verbunden sind, werden vom dt. u. russ. Wikipedia festgehalten. 2012 kündigte Klincevich seine Absicht an, Hitlers Geburtshaus in Braunau für über 2 Mln. Euro zu kaufen, um es später abzureissen. 2016 meinte er, Russland solle den Eurovision Song Contest 2017 boykottieren, da die Ukraine den ESC des vorigen Jahres „nur aus polit. Gründen gewonnen u. Russland den Sieg gestohlen“ habe. 2017 verglich er die Ukraine mit der Hexe Baba-Jaga. Klincevich war der Ansicht, dass dort, wo die Demokratie herrscht, nur das Chaos herrscht. Als in der Sendung "60 Minuten" des "1. Kanals" ein ukrain. Diplomat sich weigerte, aufzustehen, um den Opfern einer über dem Schwarzen Meer verunglückten russ. Tupolev-Maschine zu gedenken, wurde er von Klincevich kuzerhand ergriffen u. aus dem Studio hinausgeführt. Sanktionen: Als öffentl. Persönlichkeit, die die demokrat. Prozesse souveräner Staaten öffentlich kritisiert u. sich in diese einmischte, wurde Klincevich auf die Sanktionsliste verschiedener Länder gesetzt, so im Juni 2018 auf diejenige der Ukraine. 2022 kommentierte der Kaukasus-Kenner die militär. Eskalation in Berg-Karabach.
Familie: Das Vermögen der Familie Klincevich, die Immobilien in Südeuropa u. auf den Ägäisinseln besitzen soll, wird auf 200 Mln. USD geschätzt. Sohn Andrej, Absolvent der  Suvorov-Militärschule in Tver u. der Militäruniversität des Verteidigungsministeriums RF, diente bei den Luftstreitkräften, arbeitete in ausländ. Institutionen, war stv. Generaldirektor für Aussenwirtschaftsbeziehungen einer Firma u. dann in verschiedenen Stellungen für das Büro des Bevollmächtigten Vertreters des Präsidenten RF im Föderationskreis Volga u. als Kurator der militär.-patriot. Programme der "Jungen Garde" der Partei "Einiges Russland" tätig. Sowohl die Ehefrau wie die Tochter Klincevichs, die die Staatsbürgerschaft der Republik Zypern besitzt, hatten beruflich mit der Staatsduma zu tun.)

KLISHAS, Andrej Aleksandrovich II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX (1972-, russ. Jurist, ehem. Firmenleiter, akadem. Beamter u. Staatspolitiker/Senator jüdischer Herkunft. Nach abgebrochenem Studium der Geschichte der Philosophie an der Fakultät für Philosophie der Staatsuniversität des Urals in Sverdlovsk/Ekaterinburg zog er nach Moskau um, wo er in die Fakultät für Wirtschaft u. Recht der Universität der Völkerfreundschaft Russlands RUDN eintrat, die er mit einem Bachelor in Rechtswissenschaften abschloss u. später das Master-Programm absolvierte. Gleichzeitig studierte dort auch s. Aleksej Navalnyj. Parallel zu seinem Studium bekleidete er in der 2. Hälfte der 1990er Jahre verschiedene Positionen im Russ. Fonds für das Bundesvermögen. 1997-8 war Klishas stv. Leiter der Rechtsabteilung der "ONEXIM Bank", einer 1993 in Moskau gegründeten russ. Aktienhandelsbank, die 2000 mit "Rosbank" fusioniert wurde. 1998-2010 war er Direktor für Rechtsangelegenheiten, stv. Generaldirektor, Generaldirektor, Vorstandsvorsitzender u. Vizepräsident von "Interros", eineruss. Holding-Gesellschaft mit Sitz in Moskau, deren Präsident s. Vladimir Potanin ist /2008 zusammen mit s. Mikhail Prokhorov/, ein Hauptaktionär von "Norilsk Nickel". 2001-8 war Klishas Vorstandsvorsitzender des berühmten russ. Bergbau- u. Metallurgieunternehmens "Norilsk Nickel", heute "Nornickel", u. ab 2008 Mitglied des Verwaltungsrats. 2010 wurde er zum Präsidenten von "Nornickel" ernannt. 2001-12 arbeitete er als Lehrer, Dozent u. ao. Professor am Lehrstuhl für Verfassungs- u. Kommunalrecht der Jurist. Fakultät seiner Alma Mater, der "RUDN". 2012 übernahm er die Leitung dieses Lehrstuhls - später in Lehrstuhl für Verfassungsrecht u. -verfahren umgewandelt. 2002 verteidigte er an der Moskauer Universität des Innenministeriums RF seine Dissertation zum Thema "Das Amparo-Verfahren als Form der Verfassungskontrolle in Mexiko“ zur Erlangung des akadem. Grads eines Kandidaten für Rechtswissenschaften. 2008 verteidigte er an derselben Universität seine Dissertation zur Erlangung des akadem. Grads eines Doktors der Rechtswissenschaften zum Thema "Verfassungskontrolle u. Verfassungsgerichtsbarkeit im Ausland“. Als 2014 die Jurist. Fakultät der Universität in das Jurist. Institut umgewandelt wurde, wurde Klishas ​​zum wissenschaftl. Direktor des Instituts ernannt. Im Juli 2016 wurde er zum Leiter des neu gebildeten Lehrstuhls für Rechts- u. Staatstheorie ernannt.
Politik: Im Herbst 2011 wurde Klishas bei den Wahlen zur 6. Staatsduma RF auf der Liste der Partei "Einiges Russland" aufgestellt, jedoch nicht zum Abgeordneten gewählt. Im März 2012 wurde Klishas bei den Wahlen der Abgeordneten des Stadtrats von Norilsk auf der Liste der Partei "Einiges Russland“ Mitglied des Abgeordnetenrats der Stadt Norilsk. Dies ermöglichte ihm, einen Sitz im Föderationsrat RF zu beanspruchen. Im gleichen Monat ernannte der Gouverneur des Krasnojarsker Landes, s. Lev Kuznecov, Andrej Klishas zum Vertreter der Regierung des Krasnojarsker Landes im
Föderationsrat RF. Seither ist der Senator dort Vorsitzender des Ausschusses für Verfassungsgesetzgebung u. Staatsaufbau. Ausserdem ist er Bevollmächtigter Vertreter des Föderationsrats beim Verfassungsgericht u. bei der Generalstaatsanwaltschaft RF. Im Zusammenhang mit dieser Ernennung verliess Klishas das Amt des Präsidenten von "Norilsk Nickel". Im April 2017 bestätigte das Präsidium des Generalrats der Partei "Einiges Russland" Klishas als Vorsitzenden der "liberalen Plattform" /sic/ der Partei. Im Rahmen der gesetzgeberischen Tätigkeit wirkte Klishas bei insgesamt 99 Gesetzgebungsinitiativen mit, darunter beim Gesetz über die Bestrafung der Schändung der Flagge u. Hymne, beim Gesetz über die Verbreitung von falschen Informationen, beim Gesetz über das "souveräne Internet“, beim Mediengesetz über die "ausländ. Agenten", beim Gesetz über die Verpflichtung der Bürger RF, die Bürgerschaft eines fremden Staates mitzuteilen, beim Gesetz über die Verschärfung der Strafbarkeit für Aufrufe zum Separatismus, u.a. Wegen seiner Unterstützung zahlreicher repressiver Gesetzentwürfe der Staatsduma wurde Klishas auf die vom "Forum Freies Russland" geführte "Putin-Liste" gesetzt. 2020 fungierte er als Co-Vorsitzender der vom Präsidenten RF eingesetzten Arbeitsgruppe für die Ausarbeitung von Vorschlägen zur Änderung der Verfassung RF. Klishas ist Träger zahlreicher russ. staatl. u. kirchlicher Orden, so des Ordens "Für Verdienste um das Vaterland" für einen grossen Beitrag zur Entwicklung des Parlamentarismus u. der aktiven Gesetzgebung, des Ordens der Freundschaft für Verdienste um die Stärkung der russ. Staatlichkeit u. der Entwicklung des Parlamentarismus, des Ehrentitels "Verdienter Anwalt der RF", der Medaille "Für die Rückkehr der Krym", eines "Dankesschreibens des Präsidenten RF" für die aktive Teilnahme an der Vorbereitung u. Durchführung der Wahl des Präsidenten RF 2018, je einer Medaille des Föderationsrats, des Ermittlungskomitees RF u. des Bundesgefängnisdienstes sowie dreier Orden der Russ.-Orthodoxen Kirche, u.a.
Einkommen/Eigentum u.
Korruptionsvorwürfe: 2012 belegte Klishas mit einem deklarierten Familieneinkommen von 284 Mln. Rubel den 29. Platz in dem vom Magazin Forbes zusammengestellten Rating über das Einkommen russ. Beamter. Ausser Immobilien besitzt Klishas laut "FBK" er eine Uhrensammlung mit einem geschätzten Wert von über 163 Mln. Rubel. In der Schweiz besitzt er laut Vedomosti ein grösseres Wohneigentum, in Russland verschiedene grössere Grundstücke. Die "FBK" warf Klishas vor, während der Privatisierung in den 1990er Jahren Manipulationen betrieben zu haben, eine Offshore-Firma zu besitzen u. den Besitz einer Immobilie, nämlich diejenige in der Schweiz, verschwiegen zu haben.
Sanktionen: Nach der Annexion der Krym durch Russland verhängte der US-Präsident im März 2014 Visa- u. Wirtschaftssanktionen gegen Klishas, ​​​​darunter ein Besuchsverbot für die USA u. die Sperrung von Eigentum u. Konten in den USA. Als Grund wurde Klishas Haltung während der Krymkrise angegeben. Gleichzeitig wurden ähnliche Sanktionen gegen Klishas von der EU, von Kanada u. später von Australien mit der Begründung verhängt, dass er im Föderationsrat RF im März 2014 öffentlich den Einsatz russ. Truppen in der Ukraine  unterstützt u. versucht habe, ​​die russ. Militärintervention in der Ukraine zu rechtfertigen. Im April 2020 wurde er auf die Sanktionensliste der Schweiz gesetzt. Im Zusammenhang mit dem von Putin im Feb. 2022 entfesselten russ. Angriffskrieg gegen die Ukraine steht Klishas seit März auf der EU-Sanktionsliste u. wurde später auch auf die Sanktionlisten Neuseelands, der Ukraine, Grossbritanniens u. der USA gesetzt, weil er als Senator für die entsprechenden Gesetzesvorlagen in der Staatsduma stimmte, die zur russ. Invasion in der Ukraine führten. Im Mai 2022 wurde die Schweizer Villa Klishas am Lago Maggiore, die er 2008 erwarb, durch das SECO "eingefroren".)

KLUBKOV, Jurij Vasilevich II (1970-, russ. Richter am Zentralen Militärgericht des Bezirks /Volga-Ural/. Nach 3-jähriger Amtszeit als Richter am Militärgericht der Garnison Kjakhta wurde er 2004 zum Richter am Militärgericht der Garnison Saratov ernannt. 2012 avancierte er zum Richter am Militärgericht des Volga-Bezirks. 2019 wurde er im Zuge der Umstrukturierung des Militärgerichts des Volga-Bezirks zum Richter am Zentralen Militärgericht des Volga-Bezirks ernannt. Vom "Forum Freies Russland", das die sog. "Putin-Liste" führt, wird Klubkov Umsetzung polit. Repression unter Ausnutzung seiner offiziellen Position vorgeworfen. Richter Klubkov wurde berühmt u. berüchtigt für seine brutale Verurteilung von sehr wahrscheinlich harmlosen u. unschuldigen Bürgern im politisch motivierten Fall "Netzwerk" von Penza, von dem die Öffentlichkeit erst im Feb. 2020 erfuhr. Es handelte sich um den Prozess gegen eine angeblich regierungsfeindliche linksanarchist. "Organisation", die 2015-17 in Russland agiert haben soll u. deren mutmasslichen "Mitglieder“ 2017 festgenommen u. im Feb. 2020 vom Zentralen Militärgericht des Volga-Bezirks in Penza zu extrem hohen Gefängnisstrafen von 6 bis 18 Jahren verurteilt wurden, indem diese Angeklagten der Gründung einer Terrororganisation für schuldig befunden wurden. Den Ermittlern zufolge gründeten sie Zellen in Penza, St. Petersburg, Moskau u. Weissrussland, um vor der Präsidentschaftswahl u. der Weltmeisterschaft 2018 in Russland Terroranschläge zu verüben, um damit „die Massen zu erschüttern u. die polit. Lage im Land weiter zu destabilisieren“ u. wenn „die Stunde kommen wird einen bewaffneten Aufstand auszulösen". Dmitrij Pchelincev wurde zu 18 Jahren, Ilja Shakurskij zu 16, Arman Sagynbaev zu 6, Andrej Chernov zu 14, Vasilij Kuksov zu 9, Mikhail Kulkov zu 10 u. Maksim Ivankin zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Viele von den Angeklagten gaben an, dass sie ihre Aussagen unter Folter oder unter Androhung von Folter abgegeben hätten. Der Fall "Netzwerk“ löste in Russland breite Aufmerksamkeit u. bei Menschenrechtsorganisationen Entsetzen, Kritik u. Protest aus, zumal in diesem Strafverfahren bereits im Vorfeld Zweifel an Klubkovs Unparteilichkeit bestanden. s. Andrej Kolesnikov vom Moskauer "Carnegie Center" bezeichnete die "Netzwerk“-Geschichte als „Rückkehr stalinist. Schauprozesse“. Laut einem Vertreter von "Amnesty International", die Besorgnis über Folter u.a. Misshandlungen geäussert hatte, um nach Art des FSB Geständnisse von den Angeklagten zu erzwingen, habe besagte Organisation selbst gar nie existiert. Nach Ansicht der Moskauer Gesellschaft "Memorial" war der gesamte Fall erfunden u. politisch motiviert, während die Angeklagten als polit. Gefangene bezeichnet wurden. Das "Forum" erwähnte diesen Gerichtsfall als ein weiteres typisches Beispiel dafür, um zu zeigen, wie weit sich das Wesen des Putin-Regimes in Richtung Totalitarismus entwickelt hatte.)

KLYKOV, Vjacheslav Mikhajlovich II III IV V VI VIIa VIIb VIII IX X XI XII XIII XIVa XIVb XV XVI (1939-2006, gew. sowjet. Bautechniker u. berühmter sowjet./russ. Bildhauer der religiös verbrämten orthodoxen-nationalpatriot. Richtung mit kommunist. Hintergrund. Absolvent des Kursker Bautechnikums. In den 1960er Jahren studierte er an der Kunstgrafischen Fakultät des Staatl. Pädagog. Instituts Kursk u. an der Fakultät für Bildhauerei des nach V.I. Surikov benannten Moskauer Staatl. Akadem. Kunstinstituts. Seitdem nahm er regelmässig an Moskauer, nationalen u. internationalen Ausstellungen teil u. seine Werke wurden/werden in der Tretjakov-Galerie u. im Staatl. Russ. Museum gezeigt. Seit 1969 war er Mitglied des Künstlerverbands der UdSSR- Landesweit bekannt wurde er nach der Gestaltung des nach Natalja Sac benannten Zentralen Kindermusiktheaters /1979/ u. der Schaffung einer Skulptur des Handelsgottes Merkur am Internationalen Handelszentrum in Moskau /1982/. In der 2. Hälfte der 1980er Jahre wandte er sich in seinem Werk orthodoxen-nationalpatriot. Themen zu, u.a. mit der Schaffung eines Denkmals für den Hl. Sergius von Radonezh. Aber die Behörden verboten seine Errichtung. Einige Monate später, Ende Mai 1988, konnte das geplante Denkmal im Dorf Gorodok in der Nähe der Dreifaltigkeits-Sergius-Lavra enthüllt werden /II III/. In der Mitte der 1990er Jahre entstand Klykovs Denkmal aus Bronze u. Granit für Marschall Zhukov am Moskauer Manege-Platz im Stil des sozialist. Realismus. In der Putinzeit erlebte die Arbeit Klykovs eine neue Hochkonjunktur - es wurden zahlreiche Werke des Künstlers geschaffen u. errichtet: so ein Denkmal für Marschall K.K. Rokossovskij u. für Aleksandr Nevskij in Kursk, ein Denkmal für Fjodor Dostoevskij in Staraja Russa, Gebiet Novgorod, für Fürstin Olga in Pskov, für Aleksandr Kolchak in Irkutsk, für den Schriftsteller Vasilij Shukshin in dessen Heimat im Dorf Srostki, Altajskij kraj, je ein Denkmal für Svjatoslav Igorevich im Dorf Kholki, Gebiet Belgorod, u. in Zaporozhe/Zaporizhzhja, Ukraine, sowie ein Denkmal für Georg den Siegreichen in Rjazan /II/, für den Hl. Seraphim von Sarov in Sarov, Gebiet Nizhnij Novgorod, für Aleksandr Pushkin in Tiraspol, Transnistrien, für Dmitrij Donskoj in Moskau, für russ. Soldaten in Piräus, Griechenland, u.v.a.m. /Liste s. russ. Wikipedia-Seite/. Der Preisträger des Staatspreises der UdSSR u. Volkskünstler der RF war Präsident der "Internationalen Stiftung für slavische Literatur u. Kultur", der auch der Schriftsteller s. Valentin Rasputin angehörte.
Politik: 1990 wollte Klykov Mitglied des Volksdeputiertenkongresses RSFSR werden, wurde jedoch nicht gewählt. 1995 wurde er zum Mitglied des Nationalkomitees der sozialpatriot. Bewegung "Derzhava“ von Aleksandr Ruckoj gewählt, aber er verliess die Bewegung im Aug. wieder. Bei der Präsidentschaftswahl RF 1996 unterstützte er die Kandidatur des KPRF-Vorsitzenden s. Gennadij Zjuganov im Glauben, dass die Kommunisten die Idee der Wiederherstellung der Monarchie in Russland unterstützen würden. 1996 wurde er auf dem Gründungskongress der "Patriot. Volksunion Russlands" zum Präsidiumsmitglied gewählt. Er war Mitglied der Redaktion der nationalkommunist. Zeitung Den /Tag/, heute Zavtra, u. Chefredaktor der Zeitschrift Derzhava. 2005 setzte er sich für die Wiederbelebung der "Union des russ. Volkes" ein u. wurde zu ihrem Vorsitzenden gewählt. 2005 unterzeichnete er einen Aufruf – den "Brief der 5000“ – an die Generalstaatsanwaltschaft RF, in dem gefordert wurde, jüdische Religionsgemeinschaften auf angebl. Verstösse gegen das Extremismusgesetz zu überprüfen. 2006 unterzeichnete er einen Aufruf, in dem gefordert wurde, Rabbi s. Berl Lazar die russ. Staatsbürgerschaft zu entziehen. Klykov starb im Juni 2006. In Kursk, wo das Gedenken an den Bildhauer mit regelmässigen Veranstaltungen hochgehalten wird, wurde ein Denkmal für ihn selbst errichtet.)  

KLYCHKO (bzw. russ. KLICHKO), Vitalij Vladimirovich 2008-21: I II III IV V VI VII VIII IX X XIa-Gordon XIb XIc XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII  2022: II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVIa XVIb XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI XLII XLIIIa XLIIIb XLIIIc XLIV XLV XLVI XLVII XLVIII XLIX L-Lanz LI LII LIII-Gordon LIV LV LVI LVII LVIII LIX LX LXI LXII LXIII LXIV LXV LXVI LXVII LXVIII  2023: II III IV VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XVa XVb XVI-Lanz  2024: II III IV Va Vb VI VII VIII IX X XI  2025: II (1971-, ukrain. Sportwissenschaftler, ehem. internationaler Profiboxer u. Spitzenpolitiker in Kiev. Sein Urgrossvater u. weitere Verwandte väterlicherseits litten unter den Repressionen gegen die ländliche Bevölkerung der Ukraine in den 1920er u. 1930er Jahren, ein Teil der Familie starb während der Hungersnot /Holodomor/. Sein Urgrossvater u. dessen Familie mütterlicherseits, die jüdische Wurzeln hatten, wurden während des Holocaust in den 1940er Jahren von den Deutschen erschossen. Vitalij Klychko selbst wurde in der Familie eines Militärs, der einer alten ukrain.-kosakischen Familie entstammte, in der Kirgischen SSR geboren.
Sportkarriere u. Ausbildung:
Seit seiner Kindheit praktizierte er verschiedene Kampfsportarten, bevorzugte jedoch Kickboxen. In dieser Sportart wurde er 6x Weltmeister. Nach einer erfolgreichen Karriere im Amateurboxen debütierte er zeitgleich mit seinem jüngeren Bruder Vladimir Klychko /II III IV/, der Weltmeister im Schwergewicht wurde, im Nov. 1996 im Profiring. Vitalij absolvierte ein Studium als Sportlehrer an der Pädagog. Universität "Hryhorij Skovoroda“ in Perejaslav-Khmelnyckyj mit Promotion in Sportwissenschaften an der Nationalen Universität für Physische Erziehung u. Sport der Ukraine zur Erlangung des akadem. Grads eines Kandidaten der Sportwissenschaften. Klychko setzte sein Studium fort, absolvierte die Nationale Akademie für staatl. Verwaltung beim Präsidenten der Ukraine NAGU u. erwarb den Magistergrad im Fach "Verwaltung bzw. Management der gesellschaftl. bzw. öffentl. Entwicklung“.
Politik:
Nach seinem Rückzug vom Profiboxsport wurde Vitalij Klychko in der Ukraine politisch tätig.
Bei den Euromajdan-Protesten zwischen Nov. 2013 u. Feb. 2014 spielte er eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit s. Oleh Tjahnybok von der rechtsextremen Partei "Svobodasowie mit s. Arsenij Jacenjuk von der Allukrain. Vereinigung "Vaterland“ der ehem. ukrain. Regierungschefin s. Julija Tymoshenko bildete Klychko ein oppositionelles Dreierbündnis, das den Rücktritt des ukrain. Präsidenten s. Viktor Janukovych erreichen wollte. Klychko wurde dafür kritisiert, dass er sich mit der rechtsextremen Partei "Svoboda" unter der Führung von Tjahnybok verbündet hatte. Klychko verteidigte die Allianz mit dieser Partei, die angeblich eine antisemit., fremdenfeindlicher u. rassistRhetorik pflege, jedoch mit dem Argument, dass es in der Ukraine verschiedene polit. u. ideolg. Strömungen gebe, dass man aber zusammen gegen die heutigen Machthaber kämpfe u. europäische Werte im Land etablieren wolle. Anfang Feb. 2014 erklärte Klychko an der 50. Münchner Sicherheitskonferenz die aktuelle polit. Situation in der Ukraine. Klychko u. seine Partei "s" erhielten Unterstützung u.a. von der dt. Bundeskanzlerin s. Angela Merkel. Unter Mithilfe der Vermittler s. Rados³aw Sikorski u. s. Frank-Walter Steinmeier handelten Klychko u. die führenden Funktionäre der anderen ukrain. Oppositionsparteien eine Vereinbarung mit Janukovych aus, die vorgezogene Neuwahlen u. die Wiedereinsetzung der Verfassung von 2004 vorsah. 1 Tag nach der Unterzeichnung des Abkommens zwischen Regierung u. Opposition zur Beilegung der Kreise, wurde am 22. Feb. 2014 Oleksandr Turchynov von der Partei "Vaterland" zum neuen Parlamentspräsidenten gewählt. Unter ihm stimmte das Parlament mit 328 Ja-Stimmen u. ohne Gegenstimmen für die Absetzung des Präsidenten Janukovych u. setzte Neuwahlen für das Amt des Präsidenten für den 25. Mai 2014 an. Turchinov wurde vom Parlament zum Interimspräsidenten bestimmt, bis s. Petro Poroshenko vom ukrain. Volk zum neuen Präsidenten gewählt wurde. Die Rechtmässigkeit der konstitutionellen Vorgänge im ukrain. Parlament waren umstritten u. wurden von Janukovych als rechtswidrig bezeichnet. Während die Absetzung Janukovychs von ihm u. vom Kreml als "Staatsstreich" bezeichnet wurde, floh der Ex-Präsident mit seinen Getreuen nach Russland. Die Legende vom "faschist. Staatstreich" bzw. "Putsch" in Kiev wurde integraler Bestandteil der schreierischen Propaganda des Kremls gegen die Ukraine u. zum unmittelbaren Anlass für die Annexion der Krym im März 2014. 3 Tage nach dem Sturz Janukoychs kündigte Klychko seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2014 an, zog sie jedoch Ende März zurück, um die Kandidatur Petro Poroshenkos zu unterstützen. Gleichzeitig gab Klychko seine Kandidatur zum Kiever Bürgermeister bei der Wahl vom 25. Mai 2014 bekannt. Die Wahl gewann er im 1. Wahlgang mit 57,4% der Stimmen. Zur Wahl vom Okt. 2015 erhielt er im 1. Wahlgang 38,4% der Stimmen u. wurde im 2. Wahlgang mit 66,5% der Stimmen wiedergewählt. Bei der Parlamentswahl 2014 zog Klychko ausserdem über den "Block Petro Poroshenko", mit dem seine Partei ein Wahlbündnis bildete, als Abgeordneter in die Verkhovna Rada, das nationale Parlament der Ukraine, ein. 2015-19 war er zudem Vorsitzender des "Blocks Petro Poroshenko", in dem seine "UDAR" aufging. In einem Machtkampf forderte der ukrain. Präsident s. Volodymyr Zelenskyj Ende Juli 2019 die Regierung auf, Klychko als Leiter der Kiever Stadtverwaltung zu entlassen. Hintergrund des Konflikts war, dass der Kiever Bürgermeister direkt gewählt, während der Chef der Stadtverwaltung vom ukrain. Präsidenten in Abstimmung mit der Regierung ernannt wird. Vorgeschrieben ist auch, dass auch der Chef der Stadtverwaltung eine gewählte Person u. somit de facto identisch mit dem Bürgermeister sein muss. Der Leiter der Präsidialverwaltung Andrij Bohdan behauptete in einer Pressekonferenz Ende Juli 2019, dass ihm ein Anteil an Korruptionsgeldern in der Höhe von 20 Mln. USD jährlich angeboten worden sei, wenn im Gegenzug Klychko nach einer etwaigen Wahlniederlage Verwaltungschef bleiben dürfe. Ausserdem warf er Klychko vor, korrupt zu sein, woraufhin dieser Bohdan beim Nationalen Antikorruptionsbüro anzeigte. Im Nov. 2020 wurde Klychko als Bürgermeister von Kiev wiedergewählt. Am Tag vor der Wahl gab er bekannt, dass er positiv auf COVID-19 getestet worden sei.
Ukrainekrieg 2022:
Im Vorfeld des von Putin im Feb. 2022 entfesselten russ. Angriffskriegs gegen die Ukraine kritisierte Klychko die von BK s. Olaf Scholz geführte Bundesregierung wegen ihrer zögerlichen Haltung im russ. Ukrainekrieg. Klychko nannte die Weigerung Deutschlands, der Ukraine Waffen zu liefern, sowie die Entscheidung, an der dt.-russ. Pipeline "Nord Stream 2" festzuhalten, „unterlassene Hilfeleistung“ u. „Verrat an Freunden“. Mit Verweis auf s. Gerhard Schröder u.a. behauptete Klychko, dass manche Verantwortliche in Deutschland „in Sachen Russland unter völligem Realitätsverlust“ leiden würden. Für Altkanzler Schröder forderte er ein Lobbyismus-Verbot bezüglich Russland. Nach Beginn der russ. Invasion richtete Klychko einen dramatischen Hilferuf an die Europäer. Als Bürgermeister von Kiev war Klychko massgeblich bei der "Schlacht um Kievan der Organisation der Verteidigung u. Abwehr beteiligt. In diesem Video erzählte er, wie er den Kriegsbeginn erlebte. Während des folgenden Ukrainekrieges war er aufgrund des andauernden russ. Beschusses der Hauptstadt mittels Raketen u. Drohnen mit der Aufrechterhaltung der Energie- u. Wasserversorgung der Hauptstadt beschäftigt. Vitalij Klychko, der recht gut Deutsch spricht, gab Medien in D-A-CH zahlreiche Interviews, in denen er über seine Arbeit u. Erfahrungen als Kiever Bürgermeister während des russ. Kriegs erzählte u. den Westen immer wieder aufforderte u. bat, der Ukraine mit Geld u. Waffen zu helfen. In einem Interview vom Feb. 2023 sagte er, dass die Ukrainer nicht von einer russ. Invasion vom Norden her gerechnet hätten, sondern den Angriff eher aus östl. Richtung erwarteten. Die Ukraine sei auf diesen Krieg nicht vorbereitet gewesen, denn man habe gehofft, dass es nicht soweit kommt. Ohne westliche Hilfe könne die Ukraine aber nicht überleben. Niemand habe erwartet, dass die Ukrainer so tapfer, mutig, motiviert u. erfolgreich gegen die Russen kämpfen würden. Die Waffenlieferungen würden jedoch zu lange dauern. Das Gespräch mit Putin zu suchen, habe keinen Sinn, denn er sei eine schädliche Person, weil er entschieden habe, einen Krieg gegen die Ukraine zu führen, u. die verrückten Gedanken habe, das Sowjetreich wieder zu errichten. Im Jan. 2023 nahmen die Klychko-Brüder am WEF in Davos teil /II/. Klychko bat die Schweiz um Lieferung von Verteidigungswaffen. Im Mai 2023 liess Klychko sich in Kiev mit einer abgeschossenen Kinschal-Rakete filmen. Vitalij Klychko, der fliessend Deutsch spricht, war ein Glücksfall für deutschsprachige Medien u. Journalisten, denen er immer wieder längere Interviews gab, die Aufschluss über sein Denken gaben.
Kritik / Korruptionsverdachte: Vom Moment seiner Wahl zum Bürgermeister an wurde Klychko von Unternehmern u. Eigentümern kleiner Architekturbüros kritisiert, die ihm vorwarfen, Vertretern des Grosskapitals zu helfen. Parzellen von städtischen Märkten sollten aufgelöst werden mit der angeblich vermuteten Absicht, das Eigentum in die Hände von Personen aus dem Umfeld des Bürgermeisters zu übertragen u. dort landwirtschaftliche Grosshandelsunternehmen aufzuziehen.
Anfang 2015 begann Klychko, das Thema der Notwendigkeit einer saubereren Wasserversorgung in der Hauptstadt anzusprechen. In diesem Zusammenhang vermutete das Portal "Nashi Groshi“, dass der Bürgermeister für die dt. Marke "Redo Water Systems" werbe.
Im Zusammenhang mit der Teilnahme des Unternehmens an einer umstrittenen Ausschreibung zur Reinigung des Kiever Wassers wurde vermutet, dass „das Unternehmen Redo im Wert von 29 Mln. UAH der exklusive Lieferant von Wasseraufbereitungsanlagen für Pumpstationen werden könnte“, hies es auf dem Portal. Der Bürgermeister pflegte einer persönl. Bezhiehung zu "Redo Water Systems", das in einem früheren Fall, in dem die Firma Ausrüstung an ein 5-Sterne-Hotel lieferte, das von Klychko eröffnet wurde.
Ausserdem gab es polit. Diskussion in der Kiever Stadtverwaltung rund um illegale Bauvorhaben bzw. Baustellen, in die Klychko verwickelt gewesen sein soll, u. deren Bekämpfung.
2017 führten in Kiev Vertreter des Vereins "Macht der Gemeinschaften“ gemeinsam mit Aktivisten u. Unternehmern eine Kampagne durch, um Unterschriften für den Rücktritt des Bürgermeisters zu sammeln. Als Ergebnis wurden fast 118 Tsd. Unterschriften gesammelt, was über 10% der Gesamtzahl der Wähler in Kiev entsprach. Die Aktion wurde vom Bürgermeister nicht kommentiert u. ihre Ergebnisse wurden von den Medien ignoriert. Von Seiten von Vertretern des Vereins "Macht der Gemeinschaften“ wurde Klychko daher vorgeworfen, eine totale Zensur in den Medien einzuführen u. in Kiev ein totalitäres Regierungssystem aufzubauen.
Im Mai 2021 gab die Hauptverwaltung des Staatl. Fiskaldiensts der Ukraine bekannt, dass sie über 30 Durchsuchungen in kommunalen Unternehmen Kievs, in Departementen der staatl. Verwaltung in Kiev sowie in den Wohnungen von Mitarbeitern Klychkos durchgeführt habe. Die Gründe für die Ermittlungsmassnahmen hätten im Zusammenhang mit vermuteter Steuerhinterziehung u. vermutetem Machtmissbrauch gestanden. Der ukrain. Präsident s. Volodymyr Zelenskyj, dessen Beziehung zu Klychko angespannt war/ist, rechtfertigte die Durchsuchungen mit der Begründung, dass die Massnahmen notwendig gewesen seien u. warf der Kiever Verwaltung vor „Geld gestohlen“ zu haben.
Vitalij Klychko wurde auch v.a. wegen seiner lustigen Versprecher im Fernsehen u. in Interviews bekannt, von denen viele zu Internet-Memes wurden.
Im Jan. 2024 sorgte eine Meldung der österreich. Kronenzeitung /II/ in der Ukraine u. darüber hinaus für mediales Aufsehen u. für Empörung. Demnach sei Klychko neuer Eigentümer einer Luxusvilla im Wert von knapp 5,5 Mio. Euro im Reichenviertel Hamburg-Othmarschen geworden. Klychko habe das Grundstück als nicht-monetäre Schuldentilgung von einem Unternehmen erhalten. Bis Mai 2023 habe es Klychkos Bruder Vladimir gehört. Aber lange sei Klychko nicht Eigentümer der Immobilie gewesen, denn er habe sie bald an seine Exfrau Natalija Egorova übertragen, wie Ukrainska pravda-Online nach einer Recherche berichtete. Im Austausch habe er von ihr ein Haus in der Ukraine u. einen "Land Rover" erhalten. Diese Transaktionen seien legal gewesen. Einige Landsleute kritisierten, dass Klychko sich bereichere, während Soldaten an der Front sterben. Klychko selbst kommentierte die Angelegenheit nicht. Während verschiedene User in sozialen Medien forderten, dass Klychko sein überschüssiges Geld an das ukrain. Militär spenden solle, verabschiedete das ukrain. Parlament Änderungen am Gesetz über die Offenlegung von Informationen des Melderegisters in Bezug auf Besitzverhältnisse, sodass die Ukrainska pravda diese Immobilienbesitzänderungen recherchieren konnte.
In einem Interview mit der ARD-Tagesschau von Ende Jan. 2024 sagte Klychko, dass es in der Ukraine autoritäre Tendenzen gebe, polit. Entscheidungen wieder stärker beim Präsidenten zu bündeln u. zwar zulasten der Regionen u. der Demokratie. Medien oder Journalisten würden stärkeren Druck von der Zentralmacht spüren. Man sollte aber demokratisch bleiben". Der Seitenhieb war auf Präsident Zelenskyj gemünzt, dem er vorwarf, dass es seit Beginn der russ. Invasion zwischen ihnen keinen persönl. Kontakt gegeben habe, weder ein Telefonat noch ein Treffen, obwohl Klychko selbst „zig mal“ versucht habe, mit Zelenskyj Kontakt aufzunehmen. Der „polit. Wettbewerb" sei schuld an dieser Situation. „Eine Funktion eines Präsidenten sei, dass er die Gesellschaft einigen müsse. Er muss eine Figur sein, die alle zusammenbringt, Schulter an Schulter." Statt ein Foto des Präsidenten hängt in Klychkos Büro ein Foto von Generalstabschef s. Valerij Zaluzhnyj, mit dem er ein gutes Verhältnis habe.
Starker Tobak wurde im Okt. 2024 von einer ukrain. Journalistin mit der Unterstützung eines Vertrauten der dt. Linken-BSW-Politikerin s. Sahra Wagenknecht verstreut, die Klychko vorwarfen, ausser Korruption zu betreiben auch in "Menschenhandel u. Prostitution" verwickelt zu sein /II III/. Klychko selbst wies die Vorwürfe zurück. Diese seien nicht neu u. wurden bereits 2015 von der ukrain. Frauengruppe "Femen" erhoben u. seien nun zum Gebrauch für die Putin-nahe Propaganda wieder aufgewärmt worden, hiess es, mit dem Ziel, Klychko zu verleumden u. die dt. Regierung dazu zu bewegen, die Waffenlieferungen an die Ukraine abzulehnen.
Vermögen: Laut "Bloomberg Newsbesitzen die Brüder Klychko insgesamt ein Vermögen von rd. 100 Mln. Euro, das sich aus einem Portfolio aus Technologie, Rohstoffen u. privatem Beteiligungskapital zusammensetzt. Rund 35% des gesamten Vermögens soll in der Ukraine u. grösstenteils in Immobilien investiert worden sein.)  
Klitschko erwartet von der Schweiz: «mehr Unterstützung für die Ukraine»

KLYCHKOV, Andrej Evgenevich II  2009-19: II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI  XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI XLII XLIII XLIV XLV XLVI XLVII XLVIII XLIX L LI LII LIII LIV  2020-: II III IV V VI VII VIII IXXI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI (1979-, russ. Jurist u. Staatspolitiker, z.Zt Gouverneur des Gebies Orjol. Absolvent des Kaliningrader Rechtsinstituts des Innenministeriums RF, heute Zweigstelle der St. Petersburger Universität des Innenministeriums RF. Nach seinem Abschluss in "Jurisprudenz" arbeitete er bei der Straffahndung der Kriminalpolizei von Kaliningrad. 2001 trat er der KPRF bei, für die er als Rechtsberater tätig war u. bis zum stv. Leiter des Rechtsdiensts des ZK der Partei aufstieg, indem er die Interessen der KPRF in der Zentralen Wahlkommission u. dem Obersten Gerichtshof RF vertrat. Ausserdem fungierte er als Assistent eines KPRF-Abgeordneten der Staatsduma RF. 2004 absolvierte er ein Studium in "polit. Technologie" an der Russ. Universität für Innovationen.
Politik: 2006 nahm er an den Wahlen der Abgeordneten der 4. Kaliningrader Gebietsduma teil, wurde jedoch nicht gewählt. Im Dez. 2007 nahm er an den Wahlen zur 5. Staatsduma RF als KPRF-Kandidat teil, wurde jedoch nicht gewählt. 2007-9 war er Mitglied der Zentralen Wahlkommission RF. 2008 schloss er die Voll- u. Teilzeitabteilung der Diplomat. Akademie des Aussenministeriums RF mit einem Abschluss in "internationalen Beziehungen" ab. 2008 wurde er auf dem 13. Kongress der KPRF zum Mitglied des ZK gewählt u. auf dem 17. Kongress 2017 wiederholt wiedergewählt.´Im Okt. 2009 wurde er auf der KPRF-Liste in die 5. Moskauer Stadtduma gewählt, in der er die KPRF-Fraktion leitete. Im Dez. 2011 wurde er in die 6. Staatsduma RF gewählt, lehnte das Mandat jedoch ab, übergab es an V.R. Rodin u. blieb Abgeordneter der Moskauer Stadtduma /II III/. Am "Marsch der Millionen " vom 15. Sept. 2012 sprach er öffentlich auf dem Sakharov-Prospekt. Bei den Wahlen vom Sept. 2014 wurde er auch in die 6. Moskauer Stadtduma gewählt, wobei er den Kandidaten der Partei "Einiges Russland“ überholte. In der Stadtduma war er erneut Vorsitzender der KPRF-Fraktion, leitete die Kommission für öffentl. Vereine u. religiöse Organisationen u. war Mitglied der Kommissionen für Stadtplanung, Staatseigentum u. Bodennutzung. Seit Feb. 2014 war Klychkov Mitglied des Präsidiums des ZK KPRF, seit Mai 2017 Sekretär des ZK KPRF. Ausserdem ist er Sekretär des Moskauer Stadtkomitees der KPRF u. Berater des Vorsitzenden s. Gennadij Zjuganov. 2016 kandidierte  Klychkov für die 7. Staatsduma RF, wurde jedoch nicht gewählt. Anfang 2017 gab der Politiker bekannt, dass er an den Moskauer Bürgermeisterwahlen 2018 teilnehmen wolle. Im Okt. 2017 wurde er jedoch per Dekret des Präsidenten RF V. Putin zum amtierenden Gouverneur des Gebiets Orjol ernannt. Für Klychkov kam dieses Angebot unerwartet, er erklärte jedoch, es als „zusätzliche Herausforderung" u. nicht „als einen Abschied von Moskau" zu verstehen. Im Sept. 2018 gewann er die vorgezogene Gouverneurswahl des Gebiets Orjol mit 83,55% der Wählerstimmen u. trat das Amt als Gouverneur des Gebies Orjol an.
Sanktionen: Nach Beginn des von Putin im Feb. 2022 entfesselten russ. Angriffskriegs gegen die Ukraine setzte das US-Aussenministerium Klychkov ein Jahr später zusammen mit zahlreichen anderen Gouverneuren u. Oberhäuptern der Subjekte RF plus einigen Ministern RF auf die entsprechende Sanktionsliste von Personen, die an "der Durchführung russ. Operationen u. Aggressionen gegen die Ukraine sowie an der illegalen Verwaltung der besetzten ukrain. Gebiete im Interesse der RF“ beteiligt sind,
u. insbes. wegen des "Aufrufs der Bürger zum Krieg in der Ukraine“ /II/. Die Ukraine setzte ihn auf ihre Sanktionsliste als "Leiter einer Regierungsbehörde, die die auf militär. Aktionen u. Völkermord an der Zivilbevölkerung der Ukraine gerichtete Politik der RF unterstützt/fördert/öffentlich billigt“. Im Juni 2024 wurde er als an der Deportation ukrain. Kinder nach Russland beteiligte Person /Gouverneur/ auf die Sanktionslisten der Länder EU gesetzt. Das Amtsblatt der EU hielt fest, dass "er persönlich Lager in Russland besuchte, in die ukrain. Kinder geschickt wurden, u. Anweisung gab, den Kindern die russ. Staatsbürgerschaft zu verleihen. Diese Massnahmen verletzen die Rechte ukrain. Kinder u. verstossen gegen ukrain. Gesetze und Verwaltungsvorschriften.")

KLJACHIN, Aleksandr Ilich II III IV V (1967-, sowjet. Wirtschaftsgeograph, russ. Geschäftsmann u. Grundbesitzer, Hotel-Investor. Absolvent der Fakultät für Geographie der MSU, Fachrichtung Wirtschaftsgeographie. 2. Hochschulausbildung an der University of Oregon, USA, mit Schwerpunkt Geographie. Seit 1993 ist er im Bereich Finanzmanagement tätig. In den frühen 2000er Jahren begann er aktiv ein Portfolio verschiedener Projekte auf dem Immobilienmarkt aufzubauen. 2001 gründete er die Entwicklungsfirma "Properties" mit verschiedenen Projekten in Moskau wie das Industriequartier Krasnaja Roza in Khamovniki u. die Textilfirma Danilovskaja Manufaktura. 2003 gründete er die Gesellschaftskette "Azimut Hotels", die erste russ. Hotelmarke, die in Europa auftrat. 2016 umfasste das Netzwerk 23 Hotels in Russland, Österreich u. Deutschland; die Gesamtzahl der Zimmer beträgt über 8000. Seit 2016 verwaltet "Azimut Hotels" auch mehrere Hotels im westkaukas. Skigebiet Roza Khutor, Jasnaja Poljana, Land Krasnodar. 2012 kaufte er das berühmte histor. Moskauer Hotel "Metropol", das vom Moskauer Bürgermeisteramt versteigert wurde, wobei Kljachin den Vermögensanteil für 8,9 Mrd. Rubel erwarb. 2013 stimmte er dem Bau eines Hotels der internationalen Hotelkette "Hyatt" im Moskauer Gebiet zu die Eröffnung war für 2017 geplant. Ferner erwarb er 2013 vom Hauptaktionär des Magnitogorsker Metallurgischen Kombinats Viktor Rashnikov das Moskauer 5-Sterne-Hotel "Renaissance Moscow Olympic". 2014 kaufte Kljachin das Hotel "Belgrad" am Smolensker Platz in Moskau gegenüber dem Hochhaus des Aussenministeriums, das bis Ende 2016 renoviert werden sollte. Neben Immobilien investiert Kljachin in Technologieunternehmen. 2016 kaufte er einen Anteil von 25% am US-amerikan. Startup "Habidatum International", das sich auf die Analyse u. Verarbeitung von Daten aus dem städtischen Umfeld für Infrastrukturprojekte in den Bereichen Verkehr, Immobilien u. Gebietsentwicklung spezialisiert hat. 2018 wurde Kljachin auch Eigentümer der Moskauer Schmelzkäsefabrik "Karat" u. 2019 übernahm er in Baschkirien die Produktion von Truthähnen unter der Marke "Indjushkin"; dieses Unternehmen erhielt 2022 jedoch einen kasachischen Eigentümer /II III/. 2023 kündigte die "Azimut Hotels"-Kette Managementverträge mit einigen europäischen Hotels, die unter der Marke des Unternehmens betrieben wurden.
Ratings u. Vermögen:
2014 gehörte Aleksandr Kljachin laut Forbes Russia zu den 30 grössten Vermietern in Russland. 2015 belegte er im Ranking "Kings of Russian Real Estate“ den 11. Platz u. 2016 belegte er laut Forbes Russia den 120. Platz im Ranking "The Richest Businessmen of Russia“. 2017 wurde der Geschäftsmann erstmals in die Milliardärsbewertung von Forbes aufgenommen. Mit einem Kapital von 1,3 Mrd. USD belegte er den 66. Platz in der russ. Liste u. den 1567. Platz im globalen Forbes-Rating. 2020 schätzte Forbes Kljachins Vermögen auf 1,6 Mrd. USD u. wies ihn auf Platz 60 der russ. Rangliste. 2023 belegte er mit einem Vermögen von 1,2 Mrd. USD den 95. Platz im Forbes-Ranking der "110 russ. Milliardäre“.
Gemeinnützige Aktivitäten:
2006 gründete Kljachin die Stiftung "Khamovniki", die soziale Forschungen unterstützt u. deren Expertenrat-Vorsitzender Simon Kordonskij ist. Kljachin gehört ferner zu den Gründern des Stiftungsfonds des "Jüdischen Museums u. Zentrums für Toleranz" in Moskau u. wurde 2021 zum Vorsitzenden seines Kuratoriums gewählt. Ausserdem ist er Mitglied des Kuratoriums des "Bolshoj-Theaters".
Vorwurf des Raidertums: 2010 bezeichnete die Zeitung Kommersant Aleksandr Kljachin als Raider, worüber es Gerichtsurteile gibt. Als "Corporate Raider" wird nach allgemeiner Definition eine Person oder eine Partei bezeichnet, die üblicherweise durch eine feindliche Übernahme bzw. Beschlagnahmung u. illegalen Eigentümerwechsel die Kontrolle über ein oft unterbewertetes Unternehmen erwirbt. 2021 veröffentlichte die Zeitung Novye Izvestija eine Untersuchung, in der vermutet wurde, dass mit Kljachin verbundene Strukturen versuchten, mit legalen Mitteln teure u. prestigeträchtige Grundstücke in der Nähe Moskaus raidermässig zu erwerben. Die Untersuchung betraf zunächst Gewerbestandorte in Khimki bei Moskau, die Neva-Autobahn u. die neuen Gebiete des Flughafens Sheremetevo. Kljachins Strukturen übernahmen Anteile an den Firmen z.B. von den Nachfolgern einer sowjet. Kolchose, wobei vor Gericht die Entscheidungen von längst verstorbenen Beamten des Moskauer Gebiets, die an der Übertragung von Grundstücken beteiligt waren, angezweifelt wurden, wie im Fall des Streits um das Grundstück des Ikea-Gewerbeparks in Khimki. In diesem Zusammenhang wurde eine Rentnerin wegen Betrugs in besonders grossem Ausmass zu einer hohen Bewährungs- u. Geldstrafe verurteilt. Ein langjähriger Rechtsstreit um das Grundstück im Ikea-Gewerbepark wurde vom Obersten Gericht RF zugunsten von Ikea entschieden, woraufhin die Vertreter Kljachins eine neue Verfahrensrunde einleiteten, während die Medien darauf hinwiesen, dass die "berüchtigte" Anwältin s. Natalja Veselnickaja auf der Seite Kljachins stehe.)

KNABE, Hubertus II III IVa IVb IVc V VIa VIb VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX (1959-, dt. Historiker u. Germanist, Dr. phil., Buchautor. Ehem. Mitarbeiter der Forschungsabteilung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen BStU, ehem. Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, nach seiner dortigen möglicherweise parteipolitisch u. ideologisch motivierten Entlassung 2018 ist er als wissenschaftl. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neueste Geschichte des Instituts für Geschichte der Universität Würzburg beschäftigt, wo er das Projekt "Die Mordanschläge der Stasi" betreut. Knabes zahlreiche u. teilweise kontrovers u. kritisch-negativ rezensierten Veröffentlichungen befassen sich mit Teilaspekten des 2. Weltkriegs /II/ u. der ostdt. Nachkriegsgeschichte, insbes. der Geschichte des Ministeriums für Staatssicherheit MfS der DDR, u. der berüchtigten Haftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen /II/, den Oppositionsbewegungen im Ostblock, insbes. derjenigen des 17. Juni 1993 in der DDR /II III/ sowie mit der Westarbeit der SED u. des MfS /II III/, den Opfern der Berliner Mauer /II/ u. der Aufarbeitung der SED-Diktatur /II III IV/, wie auch mit der SED-Nachfolgepartei PDS/Linke /II III/. Des weiteren untersuchte er die Stasi-Akten über V. Putin /II III IV/. Nach Ausbruch des von Putin im Feb. 2022 entfesselten russ. Angriffskriegs gegen die Ukraine erschien in der Welt sein Kommentar über die Verdrängung der brutalen u. kriminellen Geschichte der Sowjetunion u. Russlands. Über Putin sagte er in einem BILD-Video, dass dieser „kein normaler Politiker" sei. Putin sei „ein Kind des KGB. Sein gesamtes Handeln ist auf Täuschung u. Lügen ausgerichtet. Putin betrachtet uns als Schachfiguren in seinem Spiel. Wir sollten nicht den Fehler machen u. Putin als rationalen Politiker sehen, sondern uns klarmachen, dass er ein Geheimdienstler ist!“ Er wundere sich, wie manche Entscheidungsträger u. Intellektuelle momentan Putin huldigen u. Verhandlungslösungen fordern. Dabei vergessen sie die Sozialisierung des Despoten.Die KGB-Sozialisation sei in der DNA dieses Mannes.“ Für die Toten des Massakers in Butscha sei der Mann im Kreml verantwortlich. Es werde nicht zu einem 3. Weltkrieg kommen, denn Putin werde sich hüten, sich mit der NATO anzulegen nach der Performance, der er [in der Ukraine] mit seiner Armee hingelegt hat. Der KGB habe in Russland im Jahr 2000 die Macht übernommen. Putin kenne die Grenzen beim Recht u. den Menschenrechten nicht“. Es gebe auch ein anderes Russland, das mit Putin nichts am Hut hat." Nach seinem Eindruck habe sich die Ukraine sehr in Richtung Demokratie u. Rechtsstaat entwickelt. Das sei vor ein paar Jahren noch ganz anders gewesen. Die dortigen Proteste [von 2014] hätten das Land total verändert.")

KNEISSL, Karin II III IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIIIa XVIIIb XIX Mehr (1965-, österreich. Juristin, Dr. iur., ehem. Diplomatin u. parteilose Politikerin, Wirtschafts- u. Nahostexpertin, EU-kritische u. Putin-nahe Russland-Lobbyistin, Buchautorin. Studium der Rechtswissenschaften u. der Arabistik an der Universität Wien mit einem UN-Diplom für Arabisch. Während des Studiums arbeitete sie in Israel u. Jordanien, war u.a. für Amnesty International tätig u. unterstützte Umwelt- uMenschenrechtsorganisationen. Weitere Studien betrieb sie in USA u. Frankreich. Dissertation in Völkerrecht an der Universität Wien über den Grenzbegriff der Konfliktparteien im Nahen Osten. 1990 trat sie in den diplomat. Dienst des Aussenministeriums Österreich ein. 1990-8 wirkte sie u.a. im Kabinett des Aussenministers, im Völkerrechtsbüro u. war in Paris u. Madrid auf Auslandsposten. Nach ihrem Ausscheiden aus dem diplomat. Dienst 1998 war sie bis 2003 als freie Journalistin tätig u. unterrichtete bis 2004 am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, an der Diplomat. Akademie Wien u. andernorts. Schwerpunkte ihrer Lehrtätigkeit waren Völkerrecht, Geschichte des Nahen Ostens u. der Energiemarkt - bei diesen Themen gilt sie als ausgewiesene Expertin. Ferner war sie in verschiedenen Gesellschaften leitend tätig. Vom Dez. 2017 bis Juni 2019 war sie von der FPÖ nominierte Bundesministerin für europäische u. internationale Angelegenheiten, d.h. Aussenministerin der Republik Österreich in der umstrittenen ÖVP/FPÖ-Regierung von s. Sebastian Kurz, quasi als polit. Quereinsteigerin, die als Nahost-Expertin einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde u. vom damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache als parteifreie Ministerin ins Team geholt wurde.
Beziehungen zu Russland u. V. Putin:
Kneissl hatte bei ihrer Hochzeit im Aug. 2018 für Aufsehen u. Kritik gesorgt, weil der Präsident RF V. Putin bei ihr zu Gast war u. die Ministerin mit ihm ein Tänzchen zum Besten gab, bei dem sie vor Putin einen tiefen Hofknicks /II/ machte u. Putin galant ihre Hand küsste u. eine Ansprache auf Deutsch hielt /II III IV V VI /. Auch BK Sebastian Kurz war zugegen. Der vom Innenministerium gesicherte Anlass, was den Staat 222 Tsd. Euro kostete, wurde v.a. von der österreich. Opposition heftig kritisiert, wobei ihr Knicks vor Putin in Kommentaren als Unterwerfungsakt bewertet wurde. Die Veranstaltung hatte einen ambivalenten Status: Laut einer Sprechern des österreich. Aussenministeriums habe es sich „in erster Linie um eine private Feier u. einen persönl. Besuch“ gehandelt, der mit einem „offiziellen Arbeitsbesuch“ des russ. Präsidenten mit den entsprechenden vom Staat bezahlten Sicherheitsvorkehrungen verbunden gewesen sei. 2022 wurde in diesem Zusammenhang bekannt, dass Putin nicht nur mit zehnköpfigem Donkosakenchor u.a. "Utensilien" angereist kam, sondern der Braut auch wertvolle Weissgold-Ohrringe mit Saphiren überreicht hatte. Während das Aussenamt die Rechtsmeinung vertrat, es habe sich um Staatsgeschenke gehandelt, die also Staatsbesitz seien, betrachtete Kneissl die Ohrringe als privates Hochzeitspräsent u. wollte sie behalten. Ausserdem sei Putins Besuch an ihrer Hochzeit reiner Zufall gewesen, wie sie erklärte. Spätestens nach diesem peinlichen Vorfall wurde Kneissl der Anhängerschaft Putins überführt. Ihr enger Draht zum umstrittenen russ. Staatsschef sorgte weithin für Gesprächsstoff u. unangenehme öffentl. Kommentare u. Einschätzungen durch verschiedene polit. Beobachter u. Experten, u. brachte die Skandal-Ministerin zusehends in Bedrängnis. Während etwa der österreich. Politologe s. Gerhard Mangott in „Österreich eine Art trojan. Pferd für Putin innerhalb der EU“ zu sehen glaubte, betrachtete der in der Schweiz lebende russ. Exil-Schriftsteller s. Michail Schischkin im Feb. 2022 Politiker wie Karin Kneissl als „nützliche Idioten u. Idiotinnen“ für Autokraten wie Putin u. Helfeshelfer bei der Zersetzung u. Korrumpierung der demokrat. Welt, auf die die Kleptokratie Russlands angewiesen sei. Putin könne so beweisen, dass er in der EU nicht isoliert sei. Auf ukrain. Seite wurde die Eignung österreich. Politiker als Vermittler im Ukraine-Konflikt mit Russland bestritten, nachdem bereits die Regierungsbeteiligung der Russland- u. Putin-freundlichen FPÖ aufgrund ihres 2016 geschlossenen Kooperationsvertrags mit der Kreml-Partei "Einiges Russlandfür Irritationen gesorgt hatte. Als BK Kurz im Zuge der sog. Ibiza-Affäre im Mai 2019 die Regierungskoalition beendete, schied Kneissl aus der Politik aus. Sie habe ihr „freies Schaffen ohne Geldreserven" wieder aufgenommen, vom Härtefonds aber kein Geld erhalten. Zu Beginn der Corona-Krise hatte Kneissl offenbar finanzielle Probleme.
"RT" u. "Rosneft": Im Mai 2020 kündigte die Chefredaktorin des im Westen umstrittenen russ. Staatssenders "Russia Today /RT/" s. Margarita Simonjan an, dass Kneissl "Gastautorin bzw. Kolumnistin" bei "RT" werde. Kneissls
Bekanntschaft mit Putin zahlte sich für sie später noch mehr aus: Im März 2021 nominierte die Regierung RF Karin Kneissl für einen Sitz im Aufsichtsrat des staatl. Ölkonzerns "Rosneft", wofür sie im Juni 2021 vom Unternehmen in dieser Funktion offiziell bestätigt wurde. Als Aufsichtsrätin bei "Rosneft" soll sie mindestens 500 Tsd. USD jährlich verdient haben. Mit dieser nicht unproblemat. Berufung nahm Kneissl eine vergleichbare Position wie schon vor ihr der dt. Ex-BK s. Gerhard Schröder u. zur selben bzw. etwas späteren Zeit der französ. Ex-PM François Fillon ein, die ebenfalls als Aufsichtsräte u. Lobbyisten für russ. Staatskonzerne tätig wurden. Trotz des von Putin im Feb. 2022 entfesselten russ. Angriffskriegs gegen die Ukraine weigerte sich die ehem. Diplomatin u. Menschenrechtsaktivistin, auf ihren Aufsichtsratsposten beim russ. Ölkonzern zu verzichten. Ende Feb. verteidigte sie im russ. Staatsfernsehen "RT" das Vorgehen Moskaus gegen die Ukraine als „ganz normalen völkerrechtl. Vorgang" u. als „minimalste Form der Eskalation". Im März 2022 wurde sie deshalb auf eine "schwarze Liste" der EU gesetzt, denn ihre Nähe zum russ. Präsidenten wurde auch von der EU als problematisch empfunden, wie die Fälle Schröders u. Fillons zeigten. In einem Interview mit dem Sender RTL vom März 2022 beschwerte sich Kneissl darüber, dass auf sie erheblicher polit. Druck ausgeübt werde. Ihr Leben sei damit „vernichtet“ worden. Aufgrund eines de facto-Arbeitsverbots - selbst ihre Bücher seien boykottiert worden - habe sie Österreich verlassen müssen, wie sie gegenüber "Krone TV" sagte. Nach heftiger Kritik in der Heimat u. in Europa gab "Rosneft" im Mai 2022 bekannt, dass Kneissl den Aufsichtsrat des Konzerns verlassen habe /II/.
"Flucht" aus Österreich: 
In ihrer Heimat von „vielen Anfeindungen" belästigt u. geplagt - sie u. die russ. Presse sprachen von schlimmen „Morddrohungen" /II/, zog sie, sich als selbsternanntes Opfer einer beispiellosen Hetzjagd aufspielend, im Herbst 2020 als „polit. Flüchtling“ „unfreiwillig ins Exil", zuerst nach Südfrankreich, wo sie mit ihrem halben Zoo einen kleinen Bauernhof bezog, um einen Neuanfang in ihrem perturbierten Leben zu wagen. Sie betrachtete sich aber inzwischen als rehabilitiert u. meldete sich des öfteren wieder öffentlich zu Wort, als sie im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie ihre finanziellen Bedürfnisse rechtfertigte u. die Regierung kritisierte. Aberdie französ. Regierung habe ihr Steine in den Weg gelegt u. sie habe sich von Geheimdienstspitzeln beobachtet gefühlt. Die selbstdeklarierte Verfolgte u. Vertriebene schreckte nicht davor zurück, die Situation mit der Hitlerzeit zu vergleichen - Europa sei in ein „weiss-schwarz-Schema" gefallen. 2021 erschien sie anlässlich einer Konferenz an der MGIMO in Moskau u. beim Swissquote Trading Day. 2022 übersiedelte sie dann mitsamt ihren Tieren in den Libanon, wo sie zusammen mit einer syrischen Familie im Drusengebiet des libanes. Gebirgs wohnt. Mit dem inzwischen wirtschaftlich ruinierten Libanon hatte sie sich als Nahostkennerin schon früher beschäftigt. Im Libanon sei sie zwar mit einer Bürokratie „osmanischer" Art konfrontiert worden, konnte dort aber immerhin "RT" empfangen u. von einer Moskaureise träumen, wie sie in einem Exklusivinterview erzählte. Im Jan. 2023 reagierte Kneissl auf "Twitter" auf die öffentl. Beschimpfung der LINKE-Politikerin s. Sarah Wagenknecht durch den ehem. ukrain. Botschafter in Deutschland, s. Andryj Melnyk, der sie eine „widerliche Hexe" genannt hatte. u. kritisierte diese verbale Entgleisung des damaligen Vizeaussenministers der Ukraine, der der Organisation Stepan Banderas nahesteht. Solche Attacken erhalte sie regelmässig seit bald 5 Jahren", klagte sie. Im Unterschied zu Wagenknecht leide sie aber unter einem Arbeitsverbot, weil ihr Name auf einer "schwarzen Liste" der EU wegen Beteiligung an russ. Desinformation stehe. Nach dem Ausbruch des von ihrem Verehrer Putin im Feb. 2022 entfesselten russ. Angriffskriegs gegen die Ukraine kommentierte sie das Ereignis bei verschiedenen Gelegenheiten, wobei sie durch proruss. Statements auffiel u. für Putin gerne als wahren Gentleman schwärmt.
In Russland: Im Sept. 2023 wurde in den Medien berichtet, dass Kneissl sich
in Russland, der Heimatstadt Putins St. Petersburg, niedergelassen habe, um dort „eine von ihr gegründete Denkfabrik zu leiten". Es handelt sich um den neuen staatsnahen Thinktank "Gorki" /II/- Geopolit. Observatory for Russia`s Key Issues - an der Universität St. Petersburg, bei dem sie die Position der Vorsitzenden einnimmt, Vorträge hält u. sich offenbar Gedanken über geopolit. Schlüsselfragen aus russ. Sicht macht. Den Sommer habe sie in einem russ. Dorf südöstl. von Moskau verbracht. Ihre Ponys habe sie in einem russ. Armeeflugzeug von Syrien nach Russland transportieren lassen. St. Petersburg habe sie als Wienerin als eine Art Naturreservat dessen erlebt, was einst Europa war“. Kneissl gab zu, Russisch zu wenig zu beherrschen. 2021, 2023 u. 2024 nahm Kneissl am St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum teil, worüber sie in einem Interview berichtete. In diesem Gespräch vom Juni 2024 schwärmte die wohl ziemlich naive Österreicherin überschwenglich von Russland u. sagte, dass Russland in eine neue Ära steuere, in der Russland vieles mitgestalte, während in Europa Hilflosigkeit, Lähmung u. Angst herrschten u. Russland in China bewundert werde u. es in Afrika grosse Hoffnungen auf die Zusammenarbeit mit Russland gebe“. Den tiefen Humanismus, den es in Russland gebe, gebe es in Europa nicht.  Das Totalitäre, das Hannah Arendt beschrieben habe, habe etwas mit den deutschen Sprachraum zu tun. In Russland gebe es eine Menschlichkeit u. eine Liebe zum Leben. Sie habe zwar nie geplant, nach Russland auszuwandern, aber sie sei sehr denkbar all denen, die sie verjagt hätten. In Russland sei es möglich, mit 60 noch einmal anzufangen. Die USA kritisierte sie wegen der ausgebauten Sanktionen u. ihres „unhöflichen u. aggressiven Tons gegenüber China. Selbstverständlich liess es sich auch der Weltwoche-Herausgeber s. Roger Köppel nicht nehmen, Kneissl zu interviewen, aber v.a. über die aktuelle Lage im Nahen Osten. Im Juni 2024 stellte die "Professorin" in SPB ihr neustes Buch mit dem Titel Requiem für Europa /II III IV V VI VII VIII IX/ vor, das auf Russisch erschien, referierte dazu anlässlich der Generalversammlung der Russ. Historischen Gesellschaft u. erntete laut Nachrichtenagentur TASS prompt Applaus u. Dank von Seiten deren Vorsitzenden s. Sergej Naryshkin, der übrigens zugleich SWR-Auslandsgeheimdienstchef ist. In ihrem auf Französisch gelesenen Redetext verleumdete die Ex-Diplomatin Ihre alte europäische Heimat als „Europa des Krieges“ u. benutzte den Begriff vom „totalitären Krieg“. Das Europa, für das sie ihr Leben lang dankbar gewesen sei, habe aufgehört zu existieren. Es habe seine seine Seele verloren. Das autobiographisch angelegte Buch der in Europa verfolgten /sic/ Autorin "biete eine historische u. polit. Perspektive auf die wichtigsten Ereignisse, die zu einem weiteren Zerfall der EU führen könnten, ist auf der entsprechenden Webseite der Uni zu lesen. Statt "Freiheit, Gleichheit u. Menschenwürde herrsche in Europa nun "eine neue Art der Zensur, wirtschaftl. Spaltung u. beissende Menschenverachtung, soll es in ihrem Buch geschrieben stehen. Insgesamt soll sie in dem Buch den Untergang des alten Europa vorausgesagt haben. Im Juli 2024 trat Kneissl per Video-Zuschaltung aus Russland im Rahmen einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York zum Thema "Bedrohungen für den internationalen Frieden u. die Sicherheit“ in Erscheinung, wobei sie von den Russland, das damals den Vorsitz des Gremiums hatte, als Expertin eingeladen wurde. Sie benutzte die Gelegenheit, vor möglichen Auswirkungen westlicher Waffenlieferungen an die Ukraine für Europa zu warnen, u. äusserte überschwengliches Lob für die ungarische Regierung unter s. Viktor Orbán, die als „einsame Stimme in Europa“ für einen Stopp von Waffenlieferungen an die Ukraine eintrete. Während die Sitzung von der Ukraine u. der EU boykottiert wurde, zeigte sich das österreich. Aussenministerium über Kneissls Auftritt in New York weniger erfreut. Im Sept. 2024 meldete die staatl. russ. Nachrichtenagentur "Ria Novosti", dass die frühere österreich. Aussenministerin von Präsident Putin zur Botschafterin für den Schutz des Amurtigers /II III/ ernannt worden sei. Im Sept. 2022 hatte sie auf dem Wirtschaftsforum in Vladivostok mitgeteilt, dass sie gerne Patenschaften für Wildkatzen übernehmen würde. Kneissl sagte laut BBC/Kronenzeitung in Russland öffentlich, dass sie „keine Repression gesehen oder wahrgenommen“ habe; sie könne im akadem. Umfeld frei arbeiten, diese Freiheit habe sie an den Universitäten der EU vermisst. Nach Österreich möchte sie nicht mehr zurückkehren, es sei denn ihre Reputation werde wieder hergestellt. Ihr würden Korruption, Hochverrat u. 30 Jahre KGB-Spionage vorgeworfen, dies sei schmutzige Phantasie.“ Bei ihrer Gesamtabrechnung mit Europa sagte sie laut Kronenzeitung auch, dass es in Europa keine Demokratie gebe, hingegen gebe es laufende Menschenrechtsverletzungen. In einem Interview mit einem russlandfreundlichen Youtube-Kanal sagte Kneissl im Nov. 2024, dass totalitäres Denken in russ. Köpfen keinen Platz habe, sehr wohl aber in mitteleuropäischen Köpfen", u. erklärte ferner, wieso es kein Zufall gewesen sei, warum Hitler aus Österreich kam u. die wesentlichen Gestapo-Spitzen aus Österreich waren" /II III/, u. führte dies auf eine Mischung aus Kleingeistigkeit, tiefsitzendem Futterneid u. gewaltig hohen Minderwertigkeitskomplexen", die es in diesen „vielen Kleinstaaten“ wie Österreich u. Tschechien gebe /Ungarn wird natürlich nicht explizit erwähnt/, zurück. Im selben Monat wurde berichtet, dass Kneissl Professorin an der Staatsuniversität Rjazan, 200 km südöstlich von Moskau, werden soll. Mit ihren fragwürdigen Thesen u. verzerrten, völlig inakzeptablen Äusserungen stellt Kneissl mit ihrer Polarisierung natürlich ein gefundenes Fressen für die Kreml-Propaganda dar, deren Narrative sie in ihrer Abrechnung mit Europa u. Österreich auf ihre Art ideal bedienen kann. Die blödsinnige antieuropäische Lobbyarbeit Kneissls im Dienste Putins passt anscheinend perfekt in das Schema der Kreml-Propaganda, die die Verkehrung der Umstände und Fakten in ihr Gegenteil praktiziert und dazu die verblendete Österreicherin in Russland für ihre perfiden Zwecke einsetzen kann. Auch in ihrem "Telegram"-Kanal, in dem allerhand skandalöse Substanzen frei abgesetzt werden können, treibt Kneissl zur Freude der Putinisten ihr rein persönlich motiviertes rachsüchtiges Schmutzwerk gegen Europa lautstark voran, während TASS ihre Beiträge eifrig reproduziert u. das Medium "regnum.ru" gerne bereit ist, diverse verrückte Verschwörungstheorien Kneissels zu wiedergeben, etwa dass der Westen Russland in Stücke aufteilen wolle, u.a.
Kneissls Liegenschaft in NÖ wurde inzwischen gepfändet, d.h. die zuständige Behörde habe im März 2023 eine gerichtliche Exekution durchge
setzt u. sich ein Pfandrecht ins Grundbuch eintragen lassen, weil die Eigentümerin bei der Sozialversicherung einen Rückstand von rd. 3500 Euro aufwies.)   

KNIGHT, Amy W. II III IV V VI VII VIII IX X (1946-, US-amerikan. Historikerin für die Themen Sowjetunion u. Russland. Dr. phil./PhD in russ. Politik an der London School of Economics and Political Science LSE. Sie unterrichtete an der LSE, der Paul H. Nitze School of Advanced International Studies an der Johns Hopkins University, der George Washington University u. an der Carleton University. Ausserdem arbeitete sie 18 Jahre lang an der US Library of Congress als Spezialistin für russ. u. sowjet. Angelegenheiten. Knight schreibt ausserdem für The New York Review of Books, The Times Literary Supplement, The Globe and Mail u. The Daily Beast. Sie wurde von der New York Times als "die führende KGB-Gelehrte des Westens“ beschrieben. Autorin des Buchs "Putin´s Killers" /II III/.)

KNOPP, Guido II Alle Videos (1948, dt. Historiker, Journalist, Publizist u. TV-Moderator. Er ist v.a. für seine Beschäftigung mit zeitgeschichtl. Themen, insbes. zum Thema Nationalsozialismus, bekannt geworden. 2023 /Redaktionsschluss Juli/ erschien unerwartet sein lesenswertes u. gut geschriebenes Buch "Putins Helfer. Die Hintermänner der russ. Diktatur", in dem der Autor 7 zentrale Machtfiguren u. berühmt-berüchtigte Komplizen des Putin-Regimes porträtiert: s. Evgenij Prigozhin, s. Sergej Shojgu, s. Roman Abramovich, s. Dmitrij Medvedev, s. Sergej Lavrov, s. Patriarch Kirill, u. s. Vladimir Solovjov. Die Idee zu dem Buch stammte von Knopps Sohn, dessen Vater vor Jahren das Erfolgsbuch "Hitlers Helfer" geschrieben hatte. Knopp selbst war etwa 80 Mal in der Sowjetunion gewesen, wo er u.a. über den 2. Weltkrieg recherchierte u. Dokumentationen produzierte.)

KNJAZEV, Evgenij Vladimirovich I II III  IV V VI VII VIII IX X XI XII XIII XIV XV XVI XVII XVIII XIX XX XXI XXII XXIII XXIV XXV XXVI XXVII XXVIII XXIX XXX XXXI XXXII XXXIII XXXIV XXXV XXXVI XXXVII XXXVIII XXXIX XL XLI XLII XLIII XLIV XLV XLVI XLVII XLVIII XLIX L LI LII LIII LIV LV LVI LVII LVIII (1955-, sowjet. Bergingenieur, u. russ. Theater-, Film- u. TV-Schauspieler, Theaterpädagoge, Rezitator. Absolvent des Tulaer Polytechnischen Instituts, anschliessend Eintritt in eine Theaterschule u. Aufnahme in das E.B. Vakhtangov-Theater. Seit Mitte der 1990er Jahre spielte er in verschiedenen Theaterkollektiven u. unterrichtete am B. Shchukin-Theaterinstitut, das dem Vakhtangov-Theater angegliedert ist u. dessen Rektor er seit 2003 ist. Träger des Staatspreises RF, Volksünstler der Republik Nordossetien u. der Republik Abchasien, Mitglied des Öffentl. Rats des Russ. Jüdischen Kongresses. Als Schauspieler bekannt geworden ist er v.a. aufgrund seiner Filmrollen als Leo Trockij /II III IV/, Wolf Messing /II III IV/, Boris Pasternak /II III IV/, Iosif Stalin /II III IV V/ u. Tevje der Milchmann /II III IV V/, ein Film, der in der Ukraine gedreht wurde. Im März 2014 unterzeichnete Knjazev einen Aufruf der Kulturschaffenden Russlands zur Unterstützung der Politik des Präsidenten RF V. Putin in der Ukraine u. auf der Krym. 2018 war er ein Vertrauter des Moskauer Bürgermeisterkandidaten s. Sergej Sobjanin u. wurde per Dekret des Präsidenten RF in die neue Zusammensetzung des Rats beim Präsidenten RF für Kultur u. Kunst  aufgenommen. 2019 erhielt er vom Präsidenten RF V. Putin den "Vaterländ. Verdienstorden" 4. Grades. Bei wiederholten Besuchen auf der Krym wurde er in die Datenbank der ukrain. Website "Myrotvorec" /II/ aufgenommen u. in der Ukraine zur unerwünschten Person erklärt. Er unterstützte auch den von Putin im Feb. 2022 entfesselten russ. Angriffskrieg gegen die Ukraine. Im März 2023 rezitierte Knjazev ein Gedicht /II/ sowjet. Typs zu Ehren des 10-jährigen Brjansker "Helden Fjodor“, der im Ukrainekrieg verletzt wurde. Das Video verbreitete sich rasch im Internet u. machte den Kinderhelden im ganzen Land bekannt. Kritiker fanden Ausdrücke wie „gelbblaues Ukro-Reich" u. „faschist. gelb-blauer Teufel“ anstössig, die als Merkmale von Anstiftung zu interethnischem Hass u. Kriegsstimmung verwendet worden seien. 2024 spielte er in einem neuen Bulgakovschen "Master u. Margarita"-Film /II III/ die Rolle des Berlioz u. wurde zur persönl. Vertrauensperson des Präsidenten RF V. Putin ernannt.)

KNJAZKOV, Aleksandr Lvovich II (1962-, sowjet. Petrochemie-Technologe, russ. Manager u. Staatspolitiker im Gebiet Jaroslavl. Absolvent des Polytechnischen Instituts Jaroslavl. Er arbeitete in der Ölraffinerie von Jaroslavl als Chefingenieur, technischer Direktor, seit 2009 als Direktor. Unter seiner Leitung wurde die Raffinerie umfassend modernisiert, das Management u. die Produktion umgestellt u. Aufbereitungsanlagen installiert, die es ermöglitchen, die Menge der in die Atmosphäre gelangenden Schadstoffe um das 5-fache zu reduzieren. 2011 stellte das Unternehmen als erstes in der RF vollständig auf die Produktion von Kraftstoffen gemäss der EURO-5-Norm um. Politik: 2008-12 war Knjazkov Abgeordneter der 5. Jaroslavler Gebietsduma als Vertreter der polit. Partei "Einiges Russland“ u. Mitglied des Ausschusses für Wirtschaftspolitik. Ab Dez. 2012 war er 1. stv. Gouverneur des Gebiets Jaroslavl, Vorsitzender der Regierung, von der 6. Jaroslavler Gebietsduma im Amt bestätigt. Er befasste sich mit dem Bau von Vorschuleinrichtungen, der Umsiedlung heruntergekommener Notunterkünfte, der Fertigstellung medizin. Einrichtungen u. dem Strassenbau. Für die Sanierung des Hauptstrassennetzes des Gebiets schlug der Regierungschef vor, Bussgelder wegen Nichteinhaltung der Verkehrsregeln an den regionalen Strassenfonds zu überweisen u. für Strassenrenovationen zu verwenden. Er fungierte als Schiedsrichter bei der Lösung des Konflikts zwischen "Gazprom Mezhregiongaz" u. "TGK-2", in dessen Folge die Gasversorgung der Anlagen von "TGK-2" wegen Schulden unterbrochen wurde u. einige Häuser in Jaroslavl ohne Warmwasser blieben. 2014 schaltete Knjazkov eine persönliche Website im Format eines Online-Empfangs unter der Adresse "Knyazkov.online“ auf, auf der Einwohner des Gebiets Jaroslavl die Möglichkeit hatten, dem Regierungschef direkt problemat. Fragen zu stellen, abzustimmen u. Antworten per Video zu erhalten. Nachdem Knjazkov im Aug. 2016 aus seinen Ämtern als 1. stv. Gouverneur u. Vorsitzender der Regierung des Gebiets Jaroslavl ausgeschieden war, war die Website nicht mehr in Betrieb. Seither ist er noch als stv. Gouverneur des Gebiets u. Leiter der Repräsentanz des Gebiets Jaroslavl bei der Regierung RF tätig.)


Neuster Stand 06.23 / 01.25 (20)  Keine Garantie für Richtigkeit u. Vollständigkeit der Angaben.

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